Zwei aktuelle Beispiele für das komplementäre Verhältnis von Social Web und Massenmedien

17. Januar 2015

Die These, dass professionell geführte Massenmedien als ›Intermediäre‹ auch in Zukunft aus der modernen Gesellschaft nicht wegzudenken sind bzw. journalistische Angebote und das Social Web weniger in einem konkurrierenden als in einem komplementären Verhältnis zueinander stehen, etabliert sich nach einer Phase des anfänglichen Hypes um die erweiterten kommunikativen Möglichkeiten zunehmend in der Mitte des sozialwissenschaftlichen Diskurses (siehe auch Adolf/Deicke 2015).

Nichtsdestoweniger zeigen zwei aktuelle Beispiele, wie sich die medialen Aufmerksamkeitsdynamiken durch die Onlinetechnologien und die zunehmende Medienkonvergenz verändert haben.
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JIM-Studie 2014 kompakt

6. Januar 2015

Die Studie Jugend, Information, (Multi-)Media (JIM) wird seit 1998 durchgeführt. Für die JIM-Studie 2014 wurden zwischen Mai und Juli 2014 rund 1.200 deutschsprachige Zielpersonen im Alter von 12 bis 19 Jahren telefonisch befragt (CATI, repräsentative Stichprobe, Grundgesamtheit: ca. 6,5 Mio.), davon 87 Prozent Schüler, 8 Prozent Auszubildende und 3 Prozent Studierende. Einige Kernpunkte:
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Splitter: »So ein Scheißhaufen« (Youtube etc.)

22. Dezember 2014

Auf Youtube dominieren Produktionen von TV-Sendern und professionellen Unterhaltungskünstlern sowie Musikvideos. Dazwischen finden sich allerdings mittlerweile auch eine ganze Reihe an Youtube-Stars, die den Geschmack der sogenannten ›digital natives‹ auf eine Weise treffen, wie er von klassischen Medienanbietern kaum bedient werden kann, und mit ihren Videos (via Werbung) inzwischen auch Geld verdienen. Einer der erfolgreicheren Youtube-Stars (30 Mio. Klicks pro Monat) – der 1990 geborene Simon Unge – hat sich nun lautstark beschwert (»So ein Scheißhaufen«): Über den führenden Online-TV-Werbevermarkter Mediakraft, bei dem er seit gut einem Jahr unter Vertrag steht.

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Deutschsprachiges Social Web: Meistbeachtete Medien im Herbst ’14

18. Dezember 2014

Bereits seit einigen Jahren werden durch Jens Schröder bzw. 10000 Flies regelmäßig die deutschsprachigen ›Leitmedien‹ im Social Web ermittelt – also jene Publikationen, die gemessen an Likes, Shares und Kommentaren auf Facebook, Verlinkungen auf Twitter sowie Shares und +1-Klicks bei Google+ die breiteste Resonanz im Social Web erhalten.

Meistbeachtete Medien im Social Web (Quelle: www.10000flies.de)

Sep. 2014Okt. 2014
1Bild (2.676.962)Bild (3.393.204)
2Heftig (1.951.438)Heftig (1.984.748)
3Spiegel Online (1.514.579)Spiegel Online (1.649.488)
4RTL.de (1.214.986)Die Welt (1.333.684)
5Die Welt (842.885)RTL.de (1.162.999)
6Der Postillon (798.803)Focus Online (1.020.432)
7Focus Online (708.586)Zeit Online (845.582)
8DFB (693.190)N24 (734.119)
9Zeit Online (658.150)Der Postillon (623.751)
10N24 (503.644)Süddeutsche.de (577.648)

Im Vergleich zu den im deutschsprachigen Social Web meistbeachteten Inhalte-Anbietern im 4. Quartal 2013 haben sich im letzten Jahr (neben den ansteigenden Zahlen zur Verbreitung) einige bemerkenswerte Verschiebungen ergeben:
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Tagung: Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten — Podcasts

29. November 2014

Zur Tagung »Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten: Grassroots zwischen Autonomie, Aufschrei und Überwachung« (#doeff14) finden sich nun auf den Seiten des Podcast Kombinats die ersten Aufzeichnungen der Vorträge und Gesprächsrunden.
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Kurz notiert: »Guter Hacker, böser Hacker«

5. November 2014

Anlässlich des diesjährigen »Million Mask March« beschäftigen sich die Die Welt (5.11.2014, S. 14) und Die Welt kompakt bzw. die Journalisten Benedikt Fuest und Eva Köhler in einem ausführlichen Hintergrundbeitrag mit dem Phänomen Anonymous. Der Artikel (Onlineversion) bietet eine kurze Einführung in das Thema (z.B.: Was verbirgt sich eigentlich hinter der Abkürzung DDoS?), einen bündigen Überblick zur Geschichte des Kollektivs, diskutiert die Einflusspotentiale von Online-Protest sowie mögliche Beweggründe der involvierten Hacker und lässt neben einigen Anonymous-Aktivisten u.a. auch netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl sowie einige Wissenschaftler (so u.a. auch mich) zu Wort kommen.


Splitter: Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten

14. Oktober 2014

Am 28. und 29. November 2014 wird in Göttingen die Tagung »Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten Grassroots zwischen Autonomie, Aufschrei & Überwachung« (Programm als PDF) stattfinden, die u.a. in Kooperation mit der Hans-Böckler– und der Otto-Brenner-Stiftung ausgerichtet wird:

»Digitale Öffentlichkeiten sind Kristallisationspunkte des Politischen im frühen 21. Jahrhundert. […] In Form wissenschaftlicher Vorträge sowie in flankierenden Praxis-Workshops richten wir mit der Tagung die Aufmerksamkeit auf die theoretische und praktische Erfassung von bottom-up Prozessen des politischen Handelns in digitalen Öffentlichkeiten. Vor allem sollen dabei spezifische Herausforderungen und Relevanzen in diesem Forschungsfeld abgesteckt werden.«

Nach einer eröffnenden Keynote von Felix Stalder geht es in den einzelnen Panels u.a. um Theoretisierungen, Fallstudien, gegenwärtige Konflikte und forschungsethische Fragen im Kontext netzbasierter Formen politischen Handelns sowie um konkrete Beispiele aus der Praxis (Hacktivism, Darktwitter etc.).