Splitter: Collectivity and Power on the Internet

11. April 2018

Im April 2018 ist der Band »Collectivity and Power on the Internet. A Sociological Perspective« von Ulrich Dolata und mir bei Springer erschienen (Springerlink). Er versammelt unsere Arbeiten zu kollektiven Formationen im Online-Kontext in überarbeiteter und aktualisierter Form. Klappentext:

This book provides a comprehensive overview of the manifestations and interrelations of collectivity and power on the internet from a sociological point of view. It addresses questions on how different forms of internet-based collectivities […] could be understood and differentiated from one another. It presents analyses on the role technical infrastructures of the web play for their formation, how the mobilization and organization of social movements and social protests has changed through social media, how work and decision-making processes are organized in open source communities and why the essential segments of the commercial internet are today concentrated in the hands of a few corporations who dispose over significant economic, infrastructural and rule-setting power.


Commons-based Communities: Viable Alternatives to Digital Capitalism? (re:publica-Session)

9. April 2018

Am 2. Mai 2018 diskutiere ich mit Gabriela Sanchez und Trebor Scholz auf der re:publica 18 ab 19.45 Uhr über das Thema »Commons-based Communities: Viable Alternatives to Digital Capitalism?«. Aus der Ankündigung:

The history of the digital society is shaped by continuous struggles between large monopolistic corporations and small groups of hackers and innovators inspired by a culture of sharing  and open innovation and a vision of a more democratic and fair society. Nowadays digital capitalism exploits the culture of sharing by exploiting the voluntary contributions of users and low-paid work of independent contractors. Profit-driven digital platforms monopolize the infrastructure of our common digital future.

However, new alternatives emerge to challenge these monopolistic platforms. The session will discuss some of these alternatives, in particular platform cooperatives and biohacker communities. How can these efforts challenge the power of the big players? How can they create fairer and more democratic labour relations?


Grenzen der Quantifizierung in der Datengesellschaft

22. März 2018

Zusammen mit Michael Eggert (RWTH Aachen) organisiere ich auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie die Ad-Hoc-Gruppe »Grenzen der Quantifizierung in der Datengesellschaft«. Aus dem Call for Papers:

Mit der zunehmenden informationstechnischen Durchdringung der Gesellschaft geht eine Fokussierung auf eindeutig benennbare Kennziffern und Indizes einher. Sowohl individuelle als auch kollektive Entscheidungsprozesse gründen immer häufiger auf digital erhobenen und algorithmisch evaluierten Daten – von der Organisation des Alltagslebens, über Personalentscheidungen bis hin zu politischen Steuerungsbemühungen.

[…] Obgleich aber die entsprechenden Auswertungstechnologien stetig elaborierter werden, stößt der Prozess des exakten Erfassens gesellschaftlicher Wirklichkeit – wie es Renate Mayntz formuliert – »an praktische und kognitive Grenzen«: Zum einen geht mit jeder Übertragung physischer und sozialer Realitäten in numerische und damit diskrete Darstellungen schon prozessbedingt ein Informationsverlust einher […]. Zum anderen bestimmen das Vorwissen und die Beobachtungsperspektive auf essentielle Weise mit, was in Auswertungen sichtbar wird und was unsichtbar bleibt – ebenso wie jegliche Daten ihre gesellschaftliche Relevanz erst durch kontextbezogene Interpretation erhalten.

Zum Call for Papers »


»Information almost wants to be free« (Stewart Brand 1984)

1. März 2018

Stewart Brand, seines Zeichens vermittelndes Bindeglied zwischen Hippie- und Cyberkultur, ließ 1984 auf der ersten Hacker-Konferenz in Sausalito (Kalifornien) der allgemeinen Erzählung nach einen folgenschweren Satz fallen, der die Computer- und Internetszene nachhaltig prägen sollte:

»[…] information […] wants to be free […]«.

Zumeist wird diese Passage ohne Auslassungszeichen zitiert, wodurch sie dem Gesamtzusammenhang von Brands originärer Aussage enthoben wird. Sein damaliger Diskussionsbeitrag wird vielerorts (vgl. z.B. Edge, Clarke) wie folgt wiedergegeben:

»On the one hand information wants to be expensive, because it’s so valuable. The right information in the right place just changes your life. On the other hand, information wants to be free, because the cost of getting it out is getting lower and lower all the time. So you have these two fighting against each other.«

Auch diese – von Brand später selbst so quittierte – Wiedergabe seiner Aussage bleibt allerdings unscharf, wie sich anhand eines Videomitschnitts der Veranstaltung nachvollziehen lässt, dessen Vorschau sich auf Getty Images abrufen lässt (ab Sekunde 38). Tatsächlich sagte Brand:
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Niklas Luhmann in Bild und Ton

26. Januar 2018

Nachfolgend meine Top-3 der auf YouTube verfügbaren Bewegtbilddokumente von und mit Niklas Luhmann:

Niklas Luhmann über (sein 1994 erschienenes Buch) »Liebe als Passion«. In besserer Qualität auch hier: http://www.dctp.tv/filme/der-liebesbeweis-niklas-luhmann/
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Kurz notiert: »Societal Implications of Big Data«

21. Dezember 2017

Der im Kontext des Arbeitskreises Soziologie des ABIDA-Projekts entstandene Überblicksartikel »Societal Implications of Big Data« lässt sich nun auf den Seiten der Zeitschrift KI – Künstliche Intelligenz (Springerlink) abrufen.

Modern societies have developed a variety of technologies and techniques to identify, measure and influence people and objects. […] Since 2015, a group of German social scientists has conducted the research project ›Assessing Big Data‹ (ABIDA) with the objective to analyze the societal implications of Big Data—particularly elaborating the question, in what way and to what extent modern technologies of data analysis entail novel societal benefits and risks that differ from previous socio-technical configurations. This paper sets out to discuss a couple of theses concerning this question.

Social scienceEngineering / Data science
GoalsSearch for explanation why something happens; develop theorySearch for accurate prediction of what happens; create algorithm
FocusExplanationPractical relevance
BeliefsData are biasedData have ground truth cases

After a short retrospective of digital data analysis, we lay out various applications of data analytics in the light of distinct research cultures between data science and social science. Subsequently, we elaborate how self-tracking and real-time control of complex systems on the basis of data analytics create new individual and collective practices that shape modern societies. As these practices bear many risks for individual rights and collective achievements, we finally shed light on various propositions for the regulation of Big Data. Our argument is that Big Data, real-time analysis and feedback loops increasingly foster a society of (self-)control. But at the same time, these technologies are highly contentious and set the stage for conflict—be it between academic disciplines or different political worldviews.


ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 kompakt

15. Oktober 2017

In dieser Woche ist die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie erschienen, die bereits seit 1997 erhoben wird und insofern einen guten Überblick zu den langfristigen Verschiebungen im medialen Nutzungsverhalten bietet. Einige Kernergebnisse:


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Splitter: Kollektive Dynamiken im Netz

27. September 2017

Auf den Seiten der Uni Stuttgart findet sich ein kompaktes Gespräch mit mir zu Massenphänomenen, Gemeinschaften und Bewegungen in der digitalen Gesellschaft sowie den Einfluss von Algorithmen auf unsere Kommunikation.

»Die Möglichkeiten des Internets sind vergleichbar mit Strukturen im Städtebau: große Plätze ermöglichen große Versammlungen. Wie diese aber genutzt werden, was daraus entsteht, ist damit noch nicht vorgegeben« […].

[…] Algorithmen sind dafür verantwortlich, dass dem Nutzer vorwiegend das geboten wird, was auf ihn abgestimmt ist. […] Dadurch können […] Filterblasen entstehen, in der die Nutzerinnen und Nutzer praktisch nur noch von dem umgeben sind, was für sie gefiltert wurde. Was nicht ihren Interessen und Meinungen entspricht, nehmen sie kaum noch wahr. »Das kann vor allem im politischen Bereich gefährlich werden“, sagt Schrape, da so in sich geschlossene ›Gegenöffentlichkeiten‹ entstehen können […].

»Schülerinnen und Schüler sollten nicht nur lernen, wie ein Computer funktioniert. Sie sollten sich auch mit den Funktionsweisen der Plattformen, den beteiligten Unternehmen und den Aufmerksamkeitsdynamiken im Netz auseinandersetzen, um besser zu verstehen, warum ihnen bestimmte Meldungen angezeigt werden, welche Daten sie wann freigeben und welche Zusammenhänge dahinter stecken.«

Zum Gespräch »