Querverweis: US-Studie zur Plattformökonomie

27. November 2016

Das PEW Research Center hat vor einigen Tagen eine Studie zur US-amerikanischen Plattformökonomie veröffentlicht (vgl. zum Phänomen der »Plattformlogik als digitale Marktordnung«: Kirchner/Beyer 2016a, 2016b). Ihre Ergebnisse basieren auf einer Befragung von ca. 4000 US-Amerikanern via Mail und Web:

»In the context of gig employment, nearly one-in-ten Americans (8%) have earned money in the last year using digital platforms to take on a job or task. Meanwhile, nearly one-in-five Americans (18%) have earned money in the last year by selling something online, while 1% have rented out their properties on a home-sharing site. Adding up everyone who has performed at least one of these three activities, some 24% of American adults have earned money in the ›platform economy‹ over the last year.

[…] Participation in labor platforms, for example, is more common among blacks and Latinos than among whites, more common among those with relatively low household incomes than those with relatively high household incomes, and more common among young adults than any other age group. But when it comes to capital platforms such as online selling, the reverse is true […]. Some 60% of labor platform users say that the money they earn from these sites is ›essential‹ or ›important‹ to their overall financial situations, but just one-in-five online sellers (20%) describe the money that they earn in similar terms.«


›Big Data‹ als Erwartungsraum

20. Oktober 2016

Auf Soziopolis ist heute als Aufschlag zum Themenschwerpunkt »Big Data« mein Essay »›Big Data‹ als Erwartungsraum« erschienen:

big-data

Seit die britische Wochenzeitung The Economist digitalen Datenfluten 2010 eine große Sonderausgabe gewidmet hat, genießt der Begriff ›Big Data‹ eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Bereits in den Jahrzehnten davor hat sich allerdings eine facettenreiche Debatte um die Computerisierung der Gesellschaft entwickelt und in der aktuellen Diskussion spiegeln sich viele der utopischen bzw. dystopischen Prophetien wider, die seit den 1960er-Jahren mit Massendaten verknüpft wurden. Diese Erwartungsdynamiken möchte ich im Folgenden nachzeichnen, um anschließend die Rolle der Sozialwissenschaften in diesem Diskurs zu beleuchten.

Zum Essay »


ARD/ZDF-Onlinestudie 2016: 35 Prozent nutzen das Internet nicht täglich, 16 Prozent gar nicht

12. Oktober 2016

In dieser Woche ist die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie erschienen, die bereits seit 1997 im Jahresturnus erhoben wird und daher einen guten Überblick zu den langfristigen Verschiebungen im medialen Nutzungsverhalten hierzulande bietet (Kernergebnisse).

Für mich das überraschendste Resultat der diesjährigen repräsentativen Erhebung (Erwachsene ab 14 Jahren in Deutschland, n=1.508): Noch immer nutzen mehr als 16 Prozent der Befragten das Internet nicht (bewusst) – und lediglich 65 Prozent geben an, täglich auf das Netz zurückzugreifen. Einige weitere tidbits:
Weiterlesen »


SOI Discussion Paper: Social Media, Mass Media and the ›Public Sphere‹

9. Oktober 2016

In der Reihe Stuttgarter Beiträge zur Organisations- und Innovationssoziologie ist ein neues Discussion Paper mit dem Titel »Social Media, Mass Media and the ›Public Sphere‹. Differentiation, Complementarity and Co-existence« (Volltext) erschienen:

media-levels

In modern society, ›the public‹ is inevitably a mediated sphere as only media can bridge its spatial, temporal and topical diversity. While this media has traditionally been mass media (one-to-many), the arrival of the Internet has popularised meso media (many-to-many). In that context, the mediated public sphere has undergone significant changes. On the one hand, media theorists emphasise the enabling characteristics of digital media, hoping for an egalitarian public sphere and an empowerment of media users. On the other hand, critics discuss the regulatory attributes of social media platforms, which allow to preformat and to sanction communication more efficiently than ever before.

This overview paper discusses the generic relationship between social media and mass media from a systems-theoretical point of view. Further, it addresses the question of whether the social web is in fact on the path to democratising the ›public sphere‹.

Zum Text »


Infrastrukturelle Macht im Social Web

9. September 2016

Die norwegische Zeitung Aftenposten hat ein Foto aus dem Jahre 1972 auf Facebook veröffentlicht, das wohl die ganze Welt kennt – ein Zeitdokument, ein Symbol für die Schrecken des Vietnamkriegs: Ein kleines Mädchen läuft nach einem Napalm-Angriff nackt und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Kamera zu. Facebook hat dieses Foto nun ohne Diskussion gelöscht, weil es gegen die Richtlinien der Plattform verstößt (»We place limitations on the display of nudity to limit the exposure of the different people using our platform to sensitive content […]«).

Weiterlesen »


Kurz notiert: Collective Action in the Internet Age II

16. August 2016

Der in den Social Movement Studies erschienene Artikel »Masses, Crowds, Communities, Movements: Collective Action in the Internet Age« von Ulrich Dolata und mir ist nun bis Ende des Jahres kostenfrei bei Taylor & Francis abrufbar.

Collective Action in the Internet Age
zum Artikel »


Stichwort: Medienkompetenz

7. August 2016

Aus dem Studienbrief »Kommunikation und Partizipation im Social Web. Eine Übersicht« (2015). Zum Aspekt der Datenkompetenz der digitalen Gesellschaft vgl. »Mobile Medienkonvergenz – infrastrukturelle Macht – Daten- und Informationskompetenz«.

Der Begriff der Medienkompetenz genießt seit einem Vierteljahrhundert in vielen sozialwissenschaftlichen Disziplinen Popularität, da der ›richtige‹ Umgang mit Medien angesichts ihrer zunehmenden Zentralstellung in Alltag und Beruf als die »zentrale Schlüsselqualifikation in der modernen Gesellschaft« (Jarren/Wassmer 2009: 46) angesehen wird. Dementsprechend haben sich v.a. in der Erziehungswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Psychologie eine Vielzahl nebeneinanderstehender Definitionen herausgebildet, die jeweils unterschiedliche Aspekte bzw. Dimensionen der Medienkompetenz betonen (siehe Tabelle).

Aufenanger
1997

Tulodziecki
1997

Baacke
1998

Kübler
1999

Groeben
2002

Jarren/Wassmer
2009

Kognitive DimensionFähigkeit zum sachgerechten HandelnMedien-
kunde
Kognitive FähigkeitenMedienwissen /
-bewusstsein
Reflexive Medien- kompetenz
Handlungs-dimension... zum selbst-bestimmten HandelnMedien-
nutzung
Handlungs-fähigkeitenRezeptions-
muster
Instrumentelle Medien-kompetenz
Moralische Dimension... zum sozial verantwortlichen HandelnMedien-
kritik
Evaluative FähigkeitenMedien-
bezogene Kritikfähigkeit
Ästhetische Dimension... zum kreativen HandelnMedien-
gestaltung
Sozial-reflexive FähigkeitenVermittlungs- kompetenz (sozialbezogen)
Affektive DimensionMedienbezogene Genussfähigkeit

Weiterlesen »


Digital News Report 2016

15. Juni 2016

Der Reuters Institute Digital News Report ist in diesen Tagen erschienen und bietet wie in den Jahren zuvor einen kompakten Überblick zur weltweiten Rezeption von Nachrichtenangeboten und die Nutzung der unterschiedlichen Medienkanäle in der individuellen Versorgung mit tagesaktuellen Informationen.

Die Erhebungsresultate für Deutschland lassen sich als Arbeitspapier des Hans-Bredow-Instituts (Hamburg) in ausführlicher Form abrufen. Einige Kernergebnisse:
Weiterlesen »