Kurz notiert: »L’utopia di internet oggi è morta«

28. Juni 2017

In der italienischen Wochenzeitschrift L’Espresso ist heute der Beitrag »L’utopia di internet oggi è morta. E anche i guru della rete si sono pentiti« von Fabio Chiusi‏ erschienen. Der Text beschäftigt sich mit dem Aufstieg bzw. vor allen Dingen dem Fall der Internet-Utopien und greift in diesem Zusammengang auch auf den Artikel »The Logic of Digital Utopianism« von Sascha Dickel und mir zurück.

Eine äußerst rudimentäre (stellenweise unbrauchbare) Google-Übersetzung von Chiusis Beitrag findet sich hier.


Splitter: Digital News Report 2017

23. Juni 2017

Der Reuters Institute Digital News Report 2017 ist erschienen und bietet wie in den Jahren zuvor einen Überblick zur weltweiten Rezeption von Nachrichtenangeboten und Nutzung der unterschiedlichen Medienkanäle in der individuellen Versorgung mit tagesaktuellen Informationen: Hier die wichtigsten Links dazu:

Kernergebnisse: Das Vertrauen in journalistische Nachrichtenangebote ist mit 40 Prozent über alle Länder hinweg weiterhin niedrig; in der BRD liegt dieser Wert bei 50 Prozent. Hierzulande und in vielen anderen europäischen Ländern ist die Social-Media-Nutzung in der News-Rezeption rückläufig (nicht aber in den USA). Die aktive Partizipation im Web verharrt im Nachrichtenbereich auf geringem Niveau. Sascha Hölig (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung) begründet das wie folgt:

»Es ist nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung, der Nachrichten teilt und kommentiert, nur zehn Prozent der Nutzer von sozialen Medien. Es ist ein verbreitetes Zerrbild, dass die Menschen alles diskutieren und teilen möchten. Das Interesse daran besteht gar nicht. Man sollte nicht unterschätzen, wie viele die klassische Lean-Back-Situation vor dem Fernseher vorziehen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen.«


State of the U.S. News Media 2017

2. Juni 2017

Anfang Juni sind die ersten Teile des State of the News Media Report 2017 erschienen, der seit 2004 durch das Pew Research Center herausgegeben wird und einen Überblick über die sozioökonomischen Entwicklungen im US-amerikanischen Journalismus gibt.
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SOI Discussion Paper: Open Source Projects as Incubators of Innovation

14. Mai 2017

In der Reihe Stuttgarter Beiträge zur Organisations- und Innovationssoziologie ist ein neues Discussion Paper mit dem Titel »Open Source Projects as Incubators of Innovation. From Niche Phenomenon to Integral Part of the Software Industry« (Volltext) erschienen:

Over the last 20 years, open source development has become an integral part of the software industry and a key component of the innovation strategies of all major IT providers. Against this backdrop, this paper seeks to develop a systematic overview of open source communities and their socio-economic contexts. […] Further, I examine why open source projects have mainly lost their subversive potential while, in contrast to former cases of collective invention, remaining viable beyond the emergence of predominant solutions and their commercial exploitation: In an industry that is characterized by very short innovation cycles, open source projects have proven to be important incubators for new product lines and branch-defining infrastructures. They do not compete against classical forms of production but instead complement and expand these.

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Linear TV is not dead yet

25. April 2017

Im aktuellen Heft der Media Perspektiven findet sich ein Artikel von Camille Zubayr und Heinz Gerhard, der sich auf der Basis von Daten der AGF sowie GfK mit den inländischen Fernsehgewohnheiten und -Reichweiten beschäftigt. Die präsentierten Erhebungsergebnisse führen vor Augen: Das lineare Fernsehen war 2016 mit durchschnittlich 223 Minuten täglicher Nutzungsdauer (über alle Altersgruppen hinweg) nach wie vor mit Abstand das meist genutzte Alltagsmedium.

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Kurz notiert: »The Renaissance of Techno-Utopianism«

14. April 2017

In dieser Woche ist der Text »The Renaissance of Techno-Utopianism as a Challenge for Responsible Innovation« von Sascha Dickel und mir im Journal for Responsible Innovation erschienen (kostenfreier Volltext ist für die ersten 50 Abrufenden).

Responsible research and innovation aspires to anticipate and assesses potential implications of innovations. Hence, emerging technologies are a crucial issue for this mode of foresight and governance. The case of nanotechnology demonstrated that discourses on those emerging technologies are increasingly shaped by techno-utopian narratives. We argue that these narratives are here to stay, because they are an expression of a contemporary medialization of science and technology. Since the RI community can neither ignore nor escape these techno-utopian narratives, it might engage in a hermeneutic reading of these visions as performative fiction. We use the case of desktop 3D printing to demonstrate in what way an analysis of techno-utopianism is able to reveal how responsibility for innovation gets redistributed.

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Bye Bye, optische Speichermedien (Update 2017)

26. März 2017

Bereits 2012 habe ich mich an dieser Stelle mit dem schleichenden Ende optischer Speichermedien für den Heimgebrauch beschäftigt. Aktuelle Zahlen zum Absatz von Recording Media aus dem Consumer Electronics Markt Index (CEMIX) für die BRD, der durch den Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V., die GfK und die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik herausgegeben wird, bestätigen diesen Trend: Auch 2016 waren CD-R- und DVD-Rohlinge die meist verkauften losen Trägermedien für die persönliche Speicherung von Musik-, Film- und sonstigen Dateien, aber verglichen mit den Jahren 2005 und 2007 wird inzwischen nur noch ein Bruchteil der Stückzahlen abgesetzt – eine Entwicklung, die nicht zuletzt durch Cloud-Services, ubiquitäre Breitbandversorgung, immer größere Festplatten in Computern und Mobile Devices sowie den Wegfall von CD/DVD-Laufwerken in vielen Note- und Ultrabooks befördert wird.


Big Data: Informatisierung und Soziologie

9. Februar 2017

In der Berliner Debatte Initial 27(4) ist in diesen Tagen der Artikel »Big Data: Informatisierung der Gesellschaft 4.0« erschienen. Nachfolgend einige kleine Ausschnitte aus dem Schlusskapitel.

In der Langzeitbetrachtung wird deutlich, dass sich im aktuellen Diskurs um die gesellschaftlichen Folgen von ›Big Data‹ viele der dystopischen und utopischen Erwartungen widerspiegeln, die bereits seit den 1960er-Jahren an digitale Massendaten und Datenfluten geknüpft worden sind […]. Nach der Emergenz der Idee einer Informationsgesellschaft im Kontext der akademischen Urbarmachung von Computern in den 1960er- und 1970er-Jahren (1. Phase), einer ersten Welle der Informatisierung der alltäglichen Lebenswelt in den 1980er- und 1990er-Jahren (2. Phase) sowie dem Aufstieg der Datenkonzerne und der zeitgleichen diskursiven Betonung der ermöglichenden Eigenschaften der Plattformen im Web 2.0 in den 2000er-Jahren (3. Phase) rücken seit 2010 explizit Massendaten sowie die Fragen nach ihrer Kontrolle und Auswertung in den Mittelpunkt der gesellschaftsweiten Diskussion um neue Informations- und Kommunikationstechnologien (4. Phase).

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