Splitter: E-Books in der BRD (Update)

9. November 2016

Der Markt für E-Books wächst hierzulande langsam, aber kontinuierlich: Nach aktuellen GfK-Schätzungen erwirtschafteten E-Books in den ersten zwei Quartalen des laufenden Jahres 2016 ca. 5,4 Prozent der Umsätze auf dem Publikumsmarkt. Insofern befinden sich E-Books und gedruckte Bücher nach wie vor in einer relativ stabilen Phase der Koexistenz (vgl. Schrape 2013); ein radikaler substitutiver Wandel erscheint nach gegenwärtigem Stand der Beobachtung auch auf lange Sicht unwahrscheinlich.

Marktanteil E-Books Deutschland 2010–2016

ebooks-brd


ARD/ZDF-Onlinestudie 2016: 35 Prozent nutzen das Internet nicht täglich, 16 Prozent gar nicht

12. Oktober 2016

In dieser Woche ist die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie erschienen, die bereits seit 1997 im Jahresturnus erhoben wird und daher einen guten Überblick zu den langfristigen Verschiebungen im medialen Nutzungsverhalten hierzulande bietet (Kernergebnisse).

Für mich das überraschendste Resultat der diesjährigen repräsentativen Erhebung (Erwachsene ab 14 Jahren in Deutschland, n=1.508): Noch immer nutzen mehr als 16 Prozent der Befragten das Internet nicht (bewusst) – und lediglich 65 Prozent geben an, täglich auf das Netz zurückzugreifen. Einige weitere tidbits:
Weiterlesen »


Kommunikation und Partizipation im Social Web

12. April 2016

Inzwischen ist der Studienbrief »Kommunikation und Partizipation im Social Web. Eine Übersicht«, den ich im Jahr 2014 für die Fernuniversität in Hagen verfasst habe, als Autorenversion auch als kostenloser Download verfügbar:

Kommunikation im Social Web

»Das Internet hat als erstes ›Universalmedium der Menschheitsgeschichte‹ (Holland 1997) bereits in den 1990er Jahren eine breite sozialwissenschaftliche Debatte zu seinen soziokulturellen wie -ökonomischen Rückwirkungen angestoßen und das sogenannte ›Web 2.0‹ hat entsprechende Diskussionen ab 2005 weiter befördert.
Mit Blick auf die damit verbundenen, teilweise sehr weitreichenden Zukunftsvorstellungen die Übersicht zu behalten sowie zwischen tatsächlich gegebenen Trends und hochfliegenden Prophetien zu unterscheiden, erscheint allerdings nicht immer einfach […].

Eine kleine Navigationshilfe zur weiteren Beschäftigung mit dem gesellschaftlichen Wandel, der durch die Onlinetechnologien angestoßen worden ist, bietet dieser Studienbrief, der seinen Schwerpunkt auf die langfristigen Transformationsdynamiken legt, die aus den neuen Kommunikationsweisen im Netz resultieren. Der Band will einen kontextorientierten Überblick zum Social Web als soziotechnisches Phänomen vermitteln, das durch das Ineinanderwirken vielfältiger gesellschaftlicher sowie technologischer Einflussfaktoren geprägt ist, und führt Schritt für Schritt in die damit verbundenen Diskurszusammenhänge ein. […]«


Open-Source-Projekte als Utopie, Methode und Innovationsstrategie (Buchhinweis)

2. Februar 2016

Das SOI Discussion Paper 2015-2 ist nun in aktualisierter und erweiterter Form als Buch erschienen und kann über die üblichen Kanäle (z.B. Amazon, VWH) bestellt werden:

Open-Source

Schrape, Jan-Felix (2016):
Open-Source-Projekte als Utopie, Methode und Innovationsstrategie. Historische Entwicklung – sozioökonomische Kontexte – Typologie.
Glückstadt: Hülsbusch.

Weiterlesen »


Splitter: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

15. Oktober 2015

In dieser Woche ist die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie erschienen, die bereits seit 1997 im Jahresturnus erhoben wird und insofern einen probaten Überblick zu den langfristigen Verschiebungen im medialen Nutzungsverhalten hierzulande bieten kann. Erstmals findet sich unter den angebotenen Artikeln zu der Studie auch ein zweiseitiger Statistikteil, der in kompakter Form Auskunft zu der Häufigkeit der mobilen bzw. stationären Internetnutzung und der Verwendung unterschiedlicher  Onlineanwendungen nach Alter, Geschlecht und formalem Bildungsniveau gibt.

Die diesjährigen Erhebungsdaten bestätigen dabei einmal mehr, dass wir uns auf dem Weg in ein Zeitalter der mobilen Medienkonvergenz befinden:

  • Insbesondere in den jüngeren Altersgruppen nehmen die Werte für den täglichen Video- und Audioabruf via Internet seit Jahren kontinuierlich zu und liegen mittlerweile bei 54 Prozent (Frauen 14–29 Jahre) bzw. 62 Prozent (Männer 14–29 Jahre). Auch die tägliche Parallelnutzung von Fernsehen und Internet liegt inzwischen bei den Unter-30-Jähigen bei 24 Prozent.
  • 82 Prozent der befragten Onliner insgesamt gaben an, Video- oder Fernsehangebote im Netz mindestens selten zu nutzen; ebenso steigt die Audio- und Radionutzung via Internet (vermutlich nicht zuletzt aufgrund neuer Sender wie Beats 1).
  • 55 Prozent der Befragten geben an, auf das Internet gelegentlich auch unterwegs zuzugreifen. Unter den 14- bis 29-Jährigen liegt dieser Wert bei 81 Prozent; knapp die Hälfte dieser Altersgruppe nutzt das Netz nach eigenen Angaben täglich mobil. In den meisten Fällen dient das Smartphone als Zugangsgerät.

Kurz notiert: »Demokratisierung durch Social Media?« (Mediensymposium Band 13)

10. Juni 2015

Mittlerweile ist er erschienen – der Sammelband zum 13. Mediensymposium in Zürich, auf dem ich u.a. auch den Anfang 2015 leider verstorbenen Kurt Imhof kennenlernen durfte, der mich in vielerlei Hinsicht tief beeindruckt hat.

Der Band trägt den Titel »Demokratisierung durch Social Media?« (Springerlink) und diskutiert nach einem pointierten Aufschlag von Kurt Imhof * entlang dieser Fragestellung vier Themenfelder:

  • Politik im Web 2.0: Angebot, Nachfrage, Wirkungen (mit Beiträgen u.a. von Kurt Imhof, Alexander Haas, Gerhard Vowe, Frank Esser);
  • Politische Kampagnen und politisches Marketing in den Social Networks (u.a. mit Christian Wassmer, Otfried Jarren, Manuel Wendelin, Hans-B. Brosius);
  • Shitstorms und Fanpages als themenzentrierte Öffentlichkeit (mit Beiträgen u.a. von Marlis Prinzing, Uta Russmann);
  • Interdependenzen zwischen Informationsjournalismus und Social Media (mit Beiträgen u.a. von Rüdiger Steinmetz, Birgit Stark, Jan-Felix Schrape, Mark Eisenegger).

* »Mythen sind wichtige Forschungsgegenstände in der Geschichtsschreibung […], sie sind elementar bei der religionssoziologischen und -ethnologischen Rekonstruktion von gemeinschaftskonstitutiven Sinnstrukturen […] und sie beschäftigen die Soziologie und Psychologie von Liebesbeziehungen, weil diese dazu neigen, den Zufall ihrer Genese als Fügung zu verklären. Problematisch in der Wissenschaft ist es allerdings, wenn Mythen keine Objekte der Forschung sind sondern diese anleiten.«


Lektürehinweis: »Losing the Signal« (BlackBerry)

25. Mai 2015

Das Unternehmen BlackBerry, das bis 2013 unter dem Namen Research in Motion firmierte, gehörte 2007 zu den dominierenden Anbietern im Smartphone-Bereich. Heute spielt Blackberry hingegen auf dem Feld der Mobile Devices allenfalls noch eine randständige Rolle. Wie es dazu kam und was die damals für alle Beteiligten überraschende Markteinführung von Apples iPhone damit zu tun hatte, beschreibt das frisch erschienene Buch »Losing the Signal« (McNish/Silcoff) auf unterhaltsame Weise (durchaus tauglich für die entspannte Lektüre an einem lauen Sommerabend).  Weiterlesen »


Harald Welzer zum »digitalen Totalitarismus«

15. April 2015

Harald Welzer (57), ein stets auf massenmediale Anschlussfähigkeit bedachter Sozialpsychologe, macht sich in einem Interview mit der Berliner Zeitung Gedanken zum »digitalen Totalitarismus« und gibt dabei u.a. Hans Magnus Enzensberger und seinem vielkritisierten Boykottaufruf argumentative Rückendeckung:

»Wir gefährden die Demokratie, wenn wir die Grenzen zwischen öffentlich und privat aufheben, sei es mutwillig oder nachlässig. […] Die entscheidende Verwandtschaft zwischen politischem und digitalem Totalitarismus liegt in der Zerstörung der Privatheit, die das Individuum schutzlos macht. Günther Anders hat dazu schon in den 60er Jahren gesagt, ›der Einzelne ist das erste besetzte Gebiet‹. […] Nun war die Privatheit aber noch nie in der Geschichte, in keiner der totalitären Gesellschaften, so im Verschwinden begriffen, wie das heute der Fall ist. […]

Wir bejubeln jede beschissene App oder den Fernseher, der auf Sprachkommandos reagiert. Aber zugleich sind wir empört über Angriffe auf unsere Privatsphäre, obwohl wir den Angreifern Tür und Tor öffnen. […] 

Hans Magnus Enzensberger hat dazu gesagt, es sei ganz einfach, sich dem digitalen Totalitarismus zu entziehen: Smartphone wegwerfen, den Internetzugang kappen, E-Mail-Korrespondenz einstellen. Dafür erntete er dann viel Hohn und Spott. […] Aber ich finde, er hat völlig Recht. […] Widerstand kostet. Schlimmstenfalls das Leben, wie wir aus der Geschichte wissen. Uns hingegen erscheint es schon als zu teuer bezahlt, wenn wir auf Whatsapp verzichten sollten. Obwohl wir wissen, dass wir uns mit jeder Message einer Totalüberwachung ausliefern. Enzensberger hält dagegen und sagt: Wir können etwas tun, wir müssen nur wollen.«

Weiterlesen »