Linear TV is not dead yet

25. April 2017

Im aktuellen Heft der Media Perspektiven findet sich ein Artikel von Camille Zubayr und Heinz Gerhard, der sich auf der Basis von Daten der AGF sowie GfK mit den inländischen Fernsehgewohnheiten und -Reichweiten beschäftigt. Die präsentierten Erhebungsergebnisse führen vor Augen: Das lineare Fernsehen war 2016 mit durchschnittlich 223 Minuten täglicher Nutzungsdauer (über alle Altersgruppen hinweg) nach wie vor mit Abstand das meist genutzte Alltagsmedium.

  • Kostenpflichtige Streamingangebote werden zwar mittlerweile von ca. 14 Prozent der Bevölkerung in der BRD zumindest selten genutzt, dennoch aber bleibt das klassische rundfunkbasierte Fernsehen populär. Seit 2010 liegt die durchschnittliche Fernsehdauer pro Tag mit kleineren Ausschlägen bei 223 Minuten, wobei die Sehdauer pro Tag in den Altersgruppen ab 30 Jahren in diesem Zeitraum leicht anstieg und bei den 14- bis 29-Jährigen leicht zurückging, die schlicht an weniger Tagen als zuvor die Entscheidung trafen, überhaupt fernzusehen.
  • Die gemessen an ihren Marktanteilen erfolgreichsten Sender waren 2016 das ZDF (13 %), Das Erste (12,1 %), RTL (9,7 %), Sat.1 (7,3), ProSieben (5 %) und VOX (5,2 %). In der ›werberelevanten Zielgruppe‹ der 14- bis 49-Jährigen führten RTL (12,8 %), ProSieben (10,4 %) und Sat.1 (8,7 %) die Liste an.
  • In der Nachrichtenrezeption hingegen dominierte mit einem (über die letzten Jahre relativ konstanten) Marktanteil von 34,6 % (9,8 Mio. Zuschauer) über alle Altersgruppen hinweg die Tagesschau der ARD (alle Ausgaben) – mit einigem Abstand gefolgt von heute (ZDF) und RTL aktuell. Die Autoren gehen davon aus, dass es sich »beim spezifischen Nachrichtenkonsum und der Konkurrenz zwischen Internet und Fernsehen um kein Nullsummenspiel mit begrenzter Aufmerksamkeit« handle. Vielmehr nehme »offenbar der Gesamtkonsum zu«.
  • Nach Marktanteilen waren die populärsten (politischen) Diskussionssendungen 2016 Anne Will (Das Erste), Hart aber fair (Das Erste) und Maybrit Illner (ZDF). Unter den Unterhaltungsangeboten dominierten neben den schlageresken Angeboten von ARD und ZDF vor allen Dingen Scripted-Reality-Soaps, Casting-Shows sowie Quiz-, Koch- und Gameshows auf privaten Sendern.
  • Die Top 10 der meist gesehenen Fernseh- und Spielfilme wurde 2016 (ähnlich wie in den Jahren zuvor) ausschließlich durch den Tatort (ARD) bespielt – und dies mit Marktanteilen von bis zu 37,9 %.
  • Die meist gesehenen Einzelfernsehsendungen des Jahres bestanden neben wenigen Nachrichtensendungen allesamt in Übertragungen von EM-Fußballspielen. Sie erreichten einen Marktanteil von bis zu 80 % (29,9 Mio. Zuschauer). Aber auch davon abgesehen dominiert ›König Fußball‹ die Sportberichterstattung: »51 % der Sportnutzung bei den großen Sendern sowie Eurosport, Sport1 und Sky entfielen im letzten Jahr auf Fußballberichte und -übertragungen […]. An zweiter Stelle lagen mit 10 Prozent der Nachfrage Magazinsendungen […].«
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