Kurz notiert: »New Modes of Shaping Social Change?«

1. August 2017

Ende Juli ist der von Bielefelder Kolleginnen und Kollegen herausgegebene Band »Society, Regulation and Governance New Modes of Shaping Social Change?« bei Edward Elgar Publishing erschienen. Darin finden sich Beiträge von A.-L. Beaussier, A. Bora, E. Carmel, M. Huber, D. Kuchenbuch, M. Mölders, P. Münte, R. Paul, H. Rothstein, J.-F. Schrape und L. Viellechner.

This book brings together sociologists, political scientists, legal scholars and historians to produce an interdisciplinary critical evaluation of alleged ›new modes‹ of social change, specifically: risk, publics and participation. It makes three key contributions by:

  • offering a consolidation and re-appraisal of a debate that has become increasingly vague with its academic and political proliferation
  • identifying a uniting conceptual-analytical core between regulation and governance which explains the adaptability and innovation-mindedness of processes of ›shaping society‹
  • re-focusing on the ›essence‹ of regulation and governance approaches – intentional modes of social change.

Reinlesen lässt sich in den gelungenen Band auf ElgarOnline; mein Kapitel findet sich in einer frühen Version als Discussion Paper auf EconStor.


SOI Discussion Paper: Social Media, Mass Media and the ›Public Sphere‹

9. Oktober 2016

In der Reihe Stuttgarter Beiträge zur Organisations- und Innovationssoziologie ist ein neues Discussion Paper mit dem Titel »Social Media, Mass Media and the ›Public Sphere‹. Differentiation, Complementarity and Co-existence« (Volltext) erschienen:

media-levels

In modern society, ›the public‹ is inevitably a mediated sphere as only media can bridge its spatial, temporal and topical diversity. While this media has traditionally been mass media (one-to-many), the arrival of the Internet has popularised meso media (many-to-many). In that context, the mediated public sphere has undergone significant changes. On the one hand, media theorists emphasise the enabling characteristics of digital media, hoping for an egalitarian public sphere and an empowerment of media users. On the other hand, critics discuss the regulatory attributes of social media platforms, which allow to preformat and to sanction communication more efficiently than ever before.

This overview paper discusses the generic relationship between social media and mass media from a systems-theoretical point of view. Further, it addresses the question of whether the social web is in fact on the path to democratising the ›public sphere‹.

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Stichwort: Medienkompetenz

7. August 2016

Aus dem Studienbrief »Kommunikation und Partizipation im Social Web. Eine Übersicht« (2015). Zum Aspekt der Datenkompetenz der digitalen Gesellschaft vgl. »Mobile Medienkonvergenz – infrastrukturelle Macht – Daten- und Informationskompetenz«.

Der Begriff der Medienkompetenz genießt seit einem Vierteljahrhundert in vielen sozialwissenschaftlichen Disziplinen Popularität, da der ›richtige‹ Umgang mit Medien angesichts ihrer zunehmenden Zentralstellung in Alltag und Beruf als die »zentrale Schlüsselqualifikation in der modernen Gesellschaft« (Jarren/Wassmer 2009: 46) angesehen wird. Dementsprechend haben sich v.a. in der Erziehungswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Psychologie eine Vielzahl nebeneinanderstehender Definitionen herausgebildet, die jeweils unterschiedliche Aspekte bzw. Dimensionen der Medienkompetenz betonen (siehe Tabelle).

Aufenanger
1997

Tulodziecki
1997

Baacke
1998

Kübler
1999

Groeben
2002

Jarren/Wassmer
2009

Kognitive DimensionFähigkeit zum sachgerechten HandelnMedien-
kunde
Kognitive FähigkeitenMedienwissen /
-bewusstsein
Reflexive Medien- kompetenz
Handlungs-dimension... zum selbst-bestimmten HandelnMedien-
nutzung
Handlungs-fähigkeitenRezeptions-
muster
Instrumentelle Medien-kompetenz
Moralische Dimension... zum sozial verantwortlichen HandelnMedien-
kritik
Evaluative FähigkeitenMedien-
bezogene Kritikfähigkeit
Ästhetische Dimension... zum kreativen HandelnMedien-
gestaltung
Sozial-reflexive FähigkeitenVermittlungs- kompetenz (sozialbezogen)
Affektive DimensionMedienbezogene Genussfähigkeit

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Splitter: Soziologie als ›Dachmarke‹

6. Juli 2016

Die Ausgabe 3/2016 der Zeitschrift Soziologie ist erschienen. In ihr findet sich (u.a. neben Peter L. Bergers Essay »Im Strudel der Flüchtlingskrise«) auch mein Beitrag »Soziologie als ›Marke‹« (Postprint):

Dieser Artikel diskutiert die Identität der Soziologie als ›Dachmarke‹ zahlreicher Forschungsfelder entlang ausgewählter Stellungsnahmen von Auguste Comte, Norbert Elias, Niklas Luhmann, Jürgen Habermas und Renate Mayntz. Dabei zeigt sich, dass die selbstgestellte Aufgabe der Soziologie seit jeher weniger in der Kommentierung tagesaktueller Ereignisse, sondern in der Beobachtung langfristiger gesellschaftlicher Entwicklungen und der Entzauberung von Beschreibungsmythen besteht. Gleichwohl kann die Soziologie auf eine disziplinübergreifende Professionalisierung ihrer Öffentlichkeitsarbeit nicht verzichten.

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Literaturhinweis: Organisationen als Entscheidungszusammenhänge

13. Mai 2016

Göran Ahrne (Stockholm) und Nils Brunsson (Uppsala), die bereits seit geraumer Zeit neue Organisationsformen in der digitalen Moderne in den Blick nehmen, haben jüngst zusammen mit David Seidl (Zürich) den kostenfrei abrufbaren Überblicksartikel »Resurrecting organization by going beyond organizations« veröffentlicht, in dem sie im Anschluss an James M. March und Herbert A. Simon (1958) sowie Niklas Luhmann (2000, 2005, 2012) dafür plädieren, Organisationen als rekursive Entscheidungszusammenhänge zu begreifen. Dabei identifizieren sie fünf Entscheidungstypen als Kernelemente einer voll ausgebildeten Organisation:
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Kommunikation und Partizipation im Social Web

12. April 2016

Inzwischen ist der Studienbrief »Kommunikation und Partizipation im Social Web. Eine Übersicht«, den ich im Jahr 2014 für die Fernuniversität in Hagen verfasst habe, als Autorenversion auch als kostenloser Download verfügbar:

Kommunikation im Social Web

»Das Internet hat als erstes ›Universalmedium der Menschheitsgeschichte‹ (Holland 1997) bereits in den 1990er Jahren eine breite sozialwissenschaftliche Debatte zu seinen soziokulturellen wie -ökonomischen Rückwirkungen angestoßen und das sogenannte ›Web 2.0‹ hat entsprechende Diskussionen ab 2005 weiter befördert.
Mit Blick auf die damit verbundenen, teilweise sehr weitreichenden Zukunftsvorstellungen die Übersicht zu behalten sowie zwischen tatsächlich gegebenen Trends und hochfliegenden Prophetien zu unterscheiden, erscheint allerdings nicht immer einfach […].

Eine kleine Navigationshilfe zur weiteren Beschäftigung mit dem gesellschaftlichen Wandel, der durch die Onlinetechnologien angestoßen worden ist, bietet dieser Studienbrief, der seinen Schwerpunkt auf die langfristigen Transformationsdynamiken legt, die aus den neuen Kommunikationsweisen im Netz resultieren. Der Band will einen kontextorientierten Überblick zum Social Web als soziotechnisches Phänomen vermitteln, das durch das Ineinanderwirken vielfältiger gesellschaftlicher sowie technologischer Einflussfaktoren geprägt ist, und führt Schritt für Schritt in die damit verbundenen Diskurszusammenhänge ein. […]«


Querverweis: »Oszillation 4.0« (Baecker 2016)

12. März 2016

Dem derzeitigen ›4.0‹-Trend folgend hat Dirk Baecker unlängst in seinem lesens- wie diskussionswerten Essay »Oszillation 4.0« (auf dem jungen sozialwissenschaftlichen Nachrichtenportal Soziopolis) die Mediengeschichte neu aufgerollt und – wie der Titel schon sagt – entlang des Begriffs der ›Oszillation‹ in 4 Phasen gegliedert:

oscillate Weiterlesen »


Querverweis: Professoren als öffentliche Intellektuelle?

4. Oktober 2015

Wir leben in krisenreichen Zeiten – und nichtsdestotrotz schweigen (scheinbar) weite Teile der akademischen Welt. Diese Beobachtung ist jedenfalls der Stein des Anstoßes für eine Debatte in der Zeit, in welcher Bernhard Pörksen vor einigen Wochen einen provokanten Aufschlag lieferte (»Ende der Einmischung« – »Selbstkastration einer kritischen Intelligenz« – »Selbstabschottung des Systems«).

In der Zeit 38/2015 findet sich nun ein Beitrag von Armin Nassehi, der drei Anmerkungen zu »Bernhard Pörksens Phantomschmerz über den Verlust des Intellektuellen als Anwalt der Zivilgesellschaft« in die Diskussion einbringt:

(1) »[Es] reicht [.] heute nicht mehr aus, eine zivilgesellschaftliche Parteinahme gegen die Entscheidungsinstanzen zu üben. Politische und ökonomische, rechtliche und wissenschaftliche, mediale und kulturelle Perspektiven treffen aufeinander, und manche Lösung aus der einen Perspektive ist ein Problem aus der anderen – und umgekehrt. Dafür muss es in öffentlichen Debatten Beschreibungsmöglichkeiten geben, die zwischen diesen unterschiedlichen Perspektiven übersetzen. […] das ist übrigens das, was gute Forschung ausmacht: zu zeigen, was man so noch nicht wusste oder was man auch anders sehen könnte.«
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