Call for Papers: Digital Platforms and the Transformation of Public Communication

20. November 2019

Auf der STS Conference Graz 2020 organisiere ich eine Session zum Thema »Digital Platforms and the Transformation of Public Communication« und freue mich auf instruktive Einreichungen zum angeschlagenen Thema:

Intermediary media platforms are not an exclusive phenomenon of the digital age […]. However, only with the establishment of the Internet and easy-to-use devices, recipients see themselves in a position to access the catalogue of the platforms themselves and to select the content with algorithmic tools—just as all usage dynamics can be aggregated and evaluated. Thus, on the one hand, ‘platforms’ as socio-technical coordination structures become the focus of attention; on the other hand, this change results in serious shifts in media economics and in the structures of public communication […]. Against this background, this session aims to explore the potentials and limits of given conceptions of the public sphere: 

To what extent do well-established theories continue to offer an informative classification foil in the investigation of public communication? 

Which novel dynamics of interaction and exchange remain invisible in traditional models of the public sphere? 

Which alternative conceptions of networked platform publics have so far proven to be instructive beyond individual case studies? 

Do the empirically observable dynamics in contemporary public communication even speak in favor of saying goodbye to ideas of a public sphere as a whole and of starting from multiple arenas of public communication that are at best loosely coupled with one another?


CfP: Wissenschafts- und Techniksoziologie in der digitalisierten Gesellschaft

22. Oktober 2019

Die kommende Frühjahrstagung der Sektion »Wissenschafts- und Technikforschung« der Deutschen Gesellschaft für Soziologie findet am 14. und 15. Mai 2020 am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen statt. Der Call for Papers mit dem Titel »Wissenschafts- und Techniksoziologie in der digitalisierten Gesellschaft: Theorien, Methoden, Perspektiven« (PDF) adressiert u.a. folgende Fragen:

Welche Beiträge leistet die Wissenschafts- und Techniksoziologie zum Verständnis der digitalen Transformation? […] Wie lässt sich Digitalisierung für empirische Forschung operationalisieren, welche Ansätze und Konzepte leiten die Erforschung der digitalisierten Gesellschaft an? Inwiefern lässt sich Digitalisierung auf den Begriff bringen? Braucht die Erforschung der digitalen Gesellschaft digitale Methoden? Welche Gesellschaftsbereiche bleiben in der Digitalisierungsforschung über- oder unterbelichtet? […]

Was kommt nach ‚der Digitalisierung‘? Das aktuelle Schlagwort Digitalisierung verdunkelt in vielen Fällen, dass weite Teile der Gesellschaft, insbesondere in den Gegenstandsbereichen der Wissenschafts- und Technikforschung, bereits seit den 1980er Jahren einer umfassenden digitalen Transformation unterliegen. […] Wir fragen daher, welche Entwicklungen sich heute bereits am Horizont abzeichnen, die unter dem Schlagwort der Digitalisierung nicht hinreichend erfasst werden können, aber nichtsdestoweniger […] ernstzunehmende Dynamiken darstellen.

Welche neuen Formen der Inter- und Transdisziplinarität lassen sich im Feld der digitalen Transformation beobachten und was folgt daraus für die Wissenschafts- und Techniksoziologie? Interdisziplinäre Verbünde und Forschungszuschnitte […] werden im Horizont der fortschreitenden Digitalisierung verstärkt eingefordert. Wie aber verhalten sich diese Forderungen zu den gegenwärtigen Organisationsformen wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion? Inwieweit und inwiefern ist die Wissenschafts- und Techniksoziologie an disziplinübergreifenden Erkenntnisprozessen beteiligt? Wie sieht die Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Disziplinen aus und worin liegt der Mehrwert des soziologischen Blicks? […]


100 Jahre »Wissenschaft als Beruf« (Weber 1919)

16. April 2019

Vor rund 100 Jahren ist Max Webers Aufsatz »Wissenschaft als Beruf« erschienen, der auf einem Vortrag aus dem Jahr 1917 basiert und sich mit den Ambivalenzen einer Wissenschaftslaufbahn bzw. eines Wissenschaftslebens auseinandersetzt. Nachfolgend einige Ausschnitte daraus, die mir auch heute noch treffsicher erscheinen:

Weiterlesen »

Querverweis: »Ressentiments«

6. Januar 2019

Auf Soziopolis lässt sich seit einigen Wochen ein Text von Cornelia Koppetsch abrufen, der sich – u.a. ausgehend von Büchern von Francis Fukuyama sowie Mark Lilla – in lesenswerter Weise mit dem Thema Ressentiments auseinandersetzt:

»[…] Ressentiments erwachsen also aus der Diskrepanz zwischen gefühlten Anrechten und faktischen Positionen. Das ist auch der Grund, warum sie mit höherer Wahrscheinlichkeit in gesellschaftlichen Umbruchphasen auftreten, in denen das Schichtungsgefüge und damit auch das System von Anrechten und Privilegien durcheinander gewirbelt werden […]. Die Betroffenen gewinnen den Eindruck, dass bislang für selbstverständlich gehaltene Gerechtigkeitsnormen außer Kraft gesetzt werden und drohen, nicht nur das Spiel zu verlassen, sondern im Extremfall auch noch den Spieltisch umzuschmeißen.

Weiterlesen »

Kurz notiert: Rezension zu »Kollektivität und Macht im Internet«

7. Dezember 2018

Vor kurzem ist eine Rezension von Jan-Hinrik Schmidt zum Buch »Kollektivität und Macht im Internet« (Dolata & Schrape 2018) in der Zeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft erschienen (Rezension als Blogbeitrag):

»Die Lektüre […] lohnt sich meines Erachtens, weil sie in vielen Aspekten hochgradig anschlußfähig an kommunikationswissenschaftliche Theorien und Modelle sind. Die akteurstheoretischen Ausführungen des ersten Beitrags etwa lassen sich m.E. gut mit dem sozialkonstruktivistischen Konzept der kommunikativen Figuration von Hepp/Hasebrink (2017) verbinden, aber auch an die masse- und komplexitätstheoretischen Überlegungen von Neuberger (2017) oder Waldherr anknüpfen. Und die Ausführungen zur Macht von Plattformen und Informationsintermediären (einschließlich möglicher Alternativen) sind für alle hilfreich, die sich mit der Frage befassen, wie digitale Medien gegenwärtig Öffentlichkeit und Meinungsbildung wie auch alltägliche Sozialität prägen


Verteilte Innovationsprozesse

4. Dezember 2018

Inzwischen ist der Artikel »Verteilte Innovationsprozesse« (SpringerlinkPreprint) im projektierten Handbuch Innovationsforschung erschienen, der einen Überblick über die Konzepte der Collective Invention, User Innovation und Open Innovation gibt. Nachfolgend ein kurzer Einstieg:

Das Konzept der Open Innovation wurde durch den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Henry W. Chesbrough eingeführt und bezeichnet die Öffnung vormals organisationsinterner Innovationsprozesse. Seine Popularität gründet zum einen auf dem Versprechen, Innovationsprozesse zu dezentralisieren und damit kostengünstiger sowie transparenter zu gestalten. Zum anderen bietet das Paradigma der Open Innovation eine mögliche Antwort auf die Frage, wie Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit in Wirtschaftssektoren absichern können, die – wie z.B. die internationale Softwareindustrie – durch sehr kurze Innovationszyklen gekennzeichnet sind. Dass Organisationen ihr Wissen auch außerhalb formaler Kooperationen miteinander teilen, ist allerdings ebenso wenig ein neues Phänomen wie der prägende Einfluss spezifischer Nutzergruppen, die zu der Weiterentwicklung von Produkten beitragen: Den unternehmerischen Wissensaustausch zu Beginn von Innovationsprozessen beschrieb bereits Robert C. Allen (1983) als Collective Invention; das Phänomen innovierender Anwender hat Eric von Hippel (1976) früh auf den Begriff der User Innovation gebracht.

Zum Artikel »


Call for Abstracts: Technik und Dezentralisierung

26. November 2018

Auf der STS Conference Graz 2019 organisiere ich eine Session zum Thema »Technology and the promise of decentralization« und freue mich auf Einreichungen, die entsprechende Erwartungen kontextualisierend in den Blick nehmen oder dahingehende empirische Fallstudien vorstellen:

From the very beginning, the social appropriation of the Internet has been accompanied by the promise of technology-driven decentralization […] Although none of these expectations, in all of their radicality, has yet to empirically redeem itself, their underlying premise for the future has proven to be astonishingly stable. […]

Against this backdrop, this session (a) traces the origins of the notion of decentralizing socio-economic forms of coordination through technological means and (b) discusses past and present ideas and attempts of decentralized and distributed economic systems. Submissions may include but are not limited to the following topics:

  • Socio-historical reconstructions from the early do-it-yourself (DIY) scene of the 1960s, the computer counterculture of the 1970s and 1980s to the debates on cyberspace and Web 2.0 in the 1990s and 2000s;
  • Empirical observations on present day concepts of decentralized economic structures (e.g., “Maker Economy”, “Collaborative Commons”) and presumably decentralizing technologies (e.g. Blockchain);
  • Reflections on the basic patterns of arguments and communicative functions of technology-based promises of decentralization.

Zum Call for Abstracts »


Kurz notiert: Digitalisierung @ DGS-Kongress 2018

22. September 2018

Die Liste der Plenar-, Sektions-, Ad-Hoc- und Sonderveranstaltungen im Rahmen des 38. DGS-Kongresses in Göttingen (»Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen«) ist lang und deckt mehr oder minder das gesamte Spektrum der soziologischen Forschung ab. Zu den Themen Digitalisierung und Innovation finden sich diesmal u.a. folgende Sessions im Programm:
Weiterlesen »