JIM-Studie 2014 kompakt

6. Januar 2015

Die Studie Jugend, Information, (Multi-)Media (JIM) wird seit 1998 durchgeführt. Für die JIM-Studie 2014 wurden zwischen Mai und Juli 2014 rund 1.200 deutschsprachige Zielpersonen im Alter von 12 bis 19 Jahren telefonisch befragt (CATI, repräsentative Stichprobe, Grundgesamtheit: ca. 6,5 Mio.), davon 87 Prozent Schüler, 8 Prozent Auszubildende und 3 Prozent Studierende. Einige Kernpunkte:

Medienausstattung

  • Mit Blick auf die Haushaltsausstattung mit Handys, stationären oder mobilen PCs, Fernsehern und Internetanbindung lässt sich mittlerweile für die BRD von einer Volldurchdringung ausgehen (98+ Prozent).
  • Über mindestens ein Smartphone verfügten 2014 bereits rund 94 Prozent der Haushalte (2013: 81 Prozent). Über einen Tablet-PC verfügten 48 Prozent der Haushalte (2013: 36 Prozent).
  • Die Verbreitung von Mediengeräten, die auf einen spezifischen Zweck zugeschnitten sind (z.B. mp3-Player, DVD-Player, Spielekonsole), ist im Vergleich zu 2013 leicht zurückgegangen. Die Abrufgeräte für Medieninhalte erscheinen im Zeitalter der (mobilen) Medienkonvergenz zunehmend austauschbar.
  • Selbst besaßen Jugendliche in der Regel ein Handy oder ein Smartphone (beide 90+ Prozent), einen Internetzugang (91 Prozent) und einen Computer (73 bzw. 78 Prozent). Einen eigenen Fernseher verfügten 2014 nur noch rund 55/58 Prozent.

Medien in der Freizeit 

  • Das Netz nutzten nach eigener Aussage 81 Prozent der Befragten täglich (Handy: 87 Prozent); für den Fernseher gaben das hingegen nur noch 57 Prozent der Jugendlichen an; 22 Prozent bzw. 18 Prozent griffen 2014 täglich zu einem Buch bzw. einer Zeitung (E-Book: 3 Prozent).
  • Den augenfälligsten Unterschied in der Mediennutzung zwischen Jungen und Mädchen bestand in der Nutzung von Computer-, Konsolen- oder Onlinespielen: 70 Prozent der Jungen – aber lediglich 17 Prozent der Mädchen – griffen nach eigener Aussage min. mehrmals wöchentlich auf derartige Spiele zurück.
  • Im Vergleich zu 2004 (41 Prozent) ist die tägliche bzw. mehrmals wöchentliche Rezeption von gedruckten Büchern relativ konstant geblieben (2014: 39 Prozent), wobei Mädchen deutlich häufiger zum gedruckten Wort greifen als Jungen.
  • Entgegen dem allgemeinen Eindruck gaben lediglich 18 Prozent der Befragten an, Serien oder Filme vor ihrer Ausstrahlung im Free-TV bereits im Internet anzusehen – etwa über kinox.to oder movie4k.to. Nur wiederum ein Drittel davon gestand allerdings eine häufige Nutzung dieser Kanäle ein.

Glaubwürdigkeit

  • Insgesamt 40 Prozent der Jugendlichen gaben an, bei widersprüchlicher Berichterstattung am ehesten der klassischen Tageszeitung ihr Vertrauen schenken (Fernsehen: 26 Prozent; Radio: 17 Prozent; Internet: 14 Prozent). Als vertrauenswürdigste Seiten im Netz wurden von den letztgenannten 14 Prozent der Befragten zuvorderst Spiegel Online, Google, Wikipedia, Facebook und der jeweilige E-Mail-Provider (z.B. web.de) genannt.
  • 2005 vertrauten 42 Prozent der Jugendlichen auf die Tageszeitung, 28 Prozent auf das Fernsehen, 16 Prozent auf das Internet und 10 Prozent auf das Radio.
  • Die größte Differenz ergab sich 2014 zwischen den Bildungsgruppen: Während 48 Prozent der Gymnasiasten die Tageszeitung als vertrauenswürdigste Quelle nannten, waren es unter den Haupt- und Realschülern lediglich 29 Prozent, bei denen vor allen Dingen das Fernsehen mit 30 Prozent eine gewichtigere Rolle spielt.

Onlinenutzung

  • Ihrer eigenen Einschätzung zufolge waren die 12 bis 19 jährigen Jungen wie Mädchen an einem durchschnittlichen Tag ca. 192 Minuten online. Bereits die 12- und 13-Jährigen hielten sich dabei rund 2 Stunden täglich im Netz auf; die Volljährigen gaben 208 Minuten an.
  • Die beliebtesten Angebote bestanden 2014 laut Angabe der Befragungsteilnehmer in Youtube (30 Prozent), Facebook (23 Prozent), WhatsApp (11 Prozent), Google (3 Prozent) und Instagram (3 Prozent).
  • Durch die Befragten wurde das Internet im Schnitt zu 44 Prozent zur Kommunikation genutzt (chatten, Communities, E-Mails, skypen etc.), gefolgt von Unterhaltung (25 Prozent), Spielen (18 Prozent) und Informationssuche (13 Prozent). Im Vergleich zu 2011 und 2013 bleiben diese Verteilungen relativ konstant.
  • Die Affinität zur aktiven Beteiligung bleibt nach wie vor gering: 21 Prozent gaben an, in den letzten 14 Tagen einen Like-Button auf Videoportalen genutzt zu haben; 16 Prozent haben ein Video kommentiert. 3 Prozent haben sich mit einem Beitrag auf Foren oder in Newsgroups beteiligt; 3 Prozent haben einen Blog-Beitrag verfasst oder kommentiert; 2 bis 3 Prozent waren in irgendeiner Form auf Twitter aktiv.
  • Angesichts des Erfolgs von WhatsApp ging die regelmäßige Nutzung von Social-Networking-Sites wie Facebook 2014 leicht zurück: Während 2013 noch 77 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren eine häufige oder tägliche Nutzung angaben, waren es im letzten Jahr nur noch 63 Prozent. Über 50 Prozent der Befragten gaben an, mehr als 20 Mal am Tag auf WhatsApp zuzugreifen.
  • Als wichtigste Apps auf ihrem Smartphone gaben die Jugendlichen 2014 mit großem Abstand Instant Messenger wie WhatsApp an, gefolgt von Community-Apps wie Facebook, Foto-Apps, Spielen, Videoportalen, Musik und Maps/Navigations-Apps.
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