Digitale Transformation: 2. Auflage

18. Mai 2026

Der Studienband »Digitale Transformation« in der Reihe Einsichten: Themen der Soziologie ist nun in zweiter Auflage erschienen (weitere Informationen bei transcript und UTB). Aus der Einleitung:

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Splitter: KI-Nutzung Jugendlicher

13. Mai 2026

In den Media Perspektiven findet sich eine bündige Zusammenschau der JIM-Studie 2025 mit Blick auf die KI-Nutzung von Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren in Deutschland (PDF):

  • 50 Prozent der Befragten nutzten ChatGPT mehrmals die Woche oder täglich; im Falle von Google Gemini waren es 12 Prozent; im Falle von Meta AI 8 Prozent. Andere Angebote verzeichneten deutlich geringere Werte.
  • Unter den KI-Nutzenden setzten ca. 75 Prozent entsprechende Angebote »für Hausaufgaben oder zum Lernen« ein (in Gymnasien: 79 Prozent), 70 Prozent, »um sich zu informieren«, und 47 Prozent »zum Spass«.
  • 57 Prozent stimmen der Aussage »Den Infos von KI kann man vertrauen« zu; ein ähnlicher Anteil vermutet, dass KI »Menschen aus Berufen verdrängen« wird – aber auch, dass KI dabei hilft, »die Herausforderungen der Zeit zu bewältigen«.

Angesichts der raschen Veralltäglichung der bewussten oder unbewussten KI-Nutzung (etwa über Suchmaschinen oder Sprachassistenten) hebt der Überblick die »Bedeutung von Informations- und Nachrichtenkompetenz« hervor: »Jugendliche müssen KI erkennen, KI-basierte Antworten einordnen, Quellen prüfen und aufmerksam ein, ob KI nicht lieber ›halluziniert‹, als Wissenslücken preiszugeben. All diese Kompetenzen müssen sich auch Erwachsene erst aneignen. Diese Fähigkeiten zu vermitteln und entsprechende Angebote bereitzustellen, ist eine gemeinsame Verantwortung von Familie, Schule, Medienanbietern und Politik.«


Splitter: Digital Capitalism & Varieties of Science (Workshop Tokyo)

1. März 2026

Mitte März findet in Tokyo der Workshop »Digital Capitalism & Varieties of Science« statt, der von Stefan Böschen (Käte Hamburger Kolleg: Cultures of Research, RWTH Aachen) sowie Harald Kümmerle und Nicole Müller (German Institute for Japanese Studies, Tokyo) organisiert wird und Sozialforschende bzw. Praktiker:innen aus Japan, Deutschland sowie weiteren Ländern zusammenbringt:

»[…] By bringing together perspectives from STS, economics, and Japanese studies, along with insights from practice, the workshop seeks to open-up a productive dialogue on how emerging technologies, digital capitalism, and scientific cultures co-constitute one another—across regions, disciplines, and epistemic traditions. We hold that the case of Japan, the first non-Western country to become an advanced economy and fertile spawning ground for technoscientific imaginations and attributions, offers particularly valuable insights into these processes.«

Auf den Webseiten des Deutsches Instituts für Japanstudien (DIJ) lässt sich das Programm (12./13. März 2026) einsehen und ein Livestream des Workshops abrufen.


»The 2028 global intelligence crisis« – eine kurze techniksoziologische Einordnung

25. Februar 2026

Vorderhand plausible potenzielle Technikzukünfte können weitreichende Effekte auf die Gegenwart haben – das zeigt sich jüngst erneut am Beispiel eines Blog-Posts von Citrini Research. Der Post ist überschrieben mit »The 2028 global intelligence crisis« und entwirft eine nahe Zukunft, in der (generative) künstliche Intelligenz die meisten Arbeitsaufgaben der ›Mittelschicht‹ übernimmt, was in Massenentlassungen, einer disruptiv kollabierenden Konsumwirtschaft und gleichzeitig rekordverdächtigen Unternehmensgewinnen resultieren soll. Kurz: Wirtschaftsunternehmen investieren laut diesem Post 2028 nicht mehr in Angestellte, sondern in KI-Technik. Prompt gingen die Aktien von Softwareanbietern, Zahlungsdienstleistern und weiteren Service-Anbietern an den globalen Finanzmärkten auf Talfahrt.

Der Post ist allerdings explizit als »scenario, not a prediction« markiert. Er ist im Stil eines What-if-Reports aus dem Juni 2028 verfasst, verarbeitet nahezu alle derzeit flottierenden KI-Narrative und bietet insofern einen umfassenden Überblick über gängige Zuschreibungen an intelligente Technologie. Er kommt zu folgendem dystopischen Resümee:

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Künstliche Intelligenz: Vier sozialwissenschaftliche Perspektiven

15. November 2025

Lucy Suchman, die sich seit mehreren Jahrzehnten mit dem Verhältnis von Technik und Gesellschaft sowie der Entwicklung künstlicher Intelligenz auseinandersetzt, sieht eine der Kernaufgaben der Sozialwissenschaften im gegenwärtigen Diskurs um KI darin, »to challenge discourses that position AI as ahistorical, mystify ›its‹ agency and/or deploy the term as a floating signifier« (Suchman 2023).

Vier aktuelle sozialwissenschaftliche Publikationen beschreiben KI in diesem Sinne als genuin soziotechnisches Phänomen (siehe dazu auch Schrape 2025, 2025b) und bieten instruktive Annäherungen aus ihren jeweiligen Perspektiven:

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Generative künstliche Intelligenz: Zwischen Boom und Ernüchterung

19. Oktober 2025

Der erste Lack ist ab; die allgemeine Begeisterung um ChatGPT und Co. ist spürbar abgekühlt. Damit reiht sich generative KI in das Wechselspiel von Hype und Ernüchterung um neue Technologien ein, das in der Techniksoziologie als ein wiederkehrendes Phänomen soziotechnischer Entwicklung identifiziert worden ist.

Spätestens seit dem Sommer 2025 hat sich die Stimmung um generative artificial intelligence gedreht – und inzwischen werden im öffentlichen Diskurs beinahe täglich Kommentare aufgegriffen, die vor einer »KI-Blase« an den globalen Finanzmärkten oder vor der Überbewertung der sozioökonomischen Relevanz von KI insgesamt warnen. Ein zuletzt ob ihrer Eindeutigkeit vielreflektiertes Beispiel sind die Einschätzungen des Analysten Julien Garran, hier in einem Gespräch mit CNN:

»[…] if you use large language model AI to create an application or a service, it can never be commercial. One of the reasons is the way they were built. The original large language model AI was built using vectors to try and understand the statistical likelihood that words follow each other in the sentence. And while they’re very clever, and it’s a very good bit of engineering required to do it, they’re also very limited. The second thing is the way LLMs were applied to coding. What they’ve learned from — the coding that’s out there, both in and outside the public domain — means that they’re effectively showing you rote learned pieces of code. That’s, again, going to be limited if you want to start developing new applications. And the third set of problems, in terms of how it’s built, is around the idea of scaling. There’s a real problem at a certain point in terms of how much you have to spend to improve them. I’d say it’s definite that (developers) have hit a scaling wall […].

[…] There are certain bullsh*t jobs out there — some parts of management, consultancy, jobs where people don’t check if you’re getting it right or don’t know if you’ve got it right. So you can argue that you can replace bullsht with bullsh*t, and, yes, OK, I’m prepared to accept that you probably can, but that doesn’t really make it more broadly useful. […] The AI ecosystem can’t really sustain itself. […] Consequently, to maintain the process, you need to have a continued funding, which is why it looks like a permanent funding tour. But despite all of this, there’s no obvious way that they actually turn this around to a profit. It’s hope over realistic expectation […].«

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ARD/ZDF-Medienstudie 2025

7. Oktober 2025

Ende September ist die ARD-ZDF-Medienstudie 2025 erschienen, die aus der seit Mitte der 1960er-Jahre erhobenen Langzeitstudie Massenkommunikation und der seit 1997 erhobenen ARD/ZDF-Onlinestudie hervorgegangen ist. Sie basiert auf einer Zufallsstichprobe (70% Telefon-Stichprobe mit Dual-Frame und 30% Online-Stichprobe; N=2.512), ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland und wurde wischen dem 28. Januar und 13. April 2025 erhoben. Ausführliche Artikel zur Medienstudie finden sich in den Media Perspektiven.

Einige Kernergebnisse:

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