Am 14. Juni 1920 ist Max Weber (geb. 1864) verstorben. Am 17. Juli veranstaltete die Heidelberger Studentenschaft eine akademische Trauerfeier, zu welcher der Psychiater und Philosoph Karl Jaspers (1883–1969) eine Rede beisteuerte. Jaspers war seit seiner Studentenzeit mit Weber befreundet und trug maßgeblich zur posthumen Einordnung von Webers Gesamtwerk bei. Jaspers’ Rede ist mir vor einigen Tagen in einem Band von 1951* in die Hände gefallen. Einige Ausschnitte:
Am 10. und 11. Dezember veranstaltet die DGS-Sektion Wissenschafts- und Technikforschung die digitale Tagung »Wissenschafts- und Techniksoziologie in der digitalisierten Gesellschaft: Theorien, Methoden, Perspektiven«.
Neben Beiträgen von Anne K. Krüger, Ingmar Lippert und Susann Wagenknecht, Lisa Schwaiger, Christopher Grieser, Marc Mölders, Johannes Weyer, Dirk Baecker, Thorsten Peetz, Roger Häußling, Stefan Laser, Bianca Prietl, Cordula Kropp, Ole Pütz und Ingo Schulz-Schaeffer sowie Daniel Guagnin und Jörg Pohle freuen wir uns auf eine Keynote von Noortje Marres zum Thema »Digital Sociology. From Situational Analysis to Situational Analytics«.
Im Kontext der digitalen Transformation der Gesellschaft rücken […] neue Spielarten der offenen wie partizipativen Zusammenarbeit in den Aufmerksamkeitsbereich der sozialwissenschaftlichen Forschung. Vor diesem Hintergrund nimmt der vorliegende Beitrag die hierzulande bislang beobachtbaren Ausprägungen kollaborativer Herstellung und Entwicklung materieller Güter in den Blick: Nach einer historischen Einordnung erfolgt eine typologisierende Vermessung des Feldes, in der die sehr unterschiedlich ausgerichteten Spielarten offener Werkstätten und Labs entlang ihrer Ziele, ihrer Koordinationsformen sowie ihrer Finanzierungsweisen voneinander abgegrenzt werden. Daran anknüpfend werden mit diesen neuen Kollaborationsformen einhergehende Potenziale und Risiken diskutiert.
Als klar wurde, dass der 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie nicht in klassischer Präsenzform stattfinden kann, war ich zunächst etwas niedergeschlagen, da so ein Event ja auch wesentlich von alledem lebt, was sich nicht im eigentlichen Veranstaltungsprogramm finden lässt. Bereits seit Anfang des Sommers liegt nun allerdings ein überaus spannendes und vielseitiges Programm für die virtuelle Version des Kongresses vor, die vom 14. bis 24. September stattfinden wird.
Digitale Daten und neue Methoden: Chancen und Herausforderungen für die Soziologie (Freitag, 18.9.2020, 13.30–16.30 Uhr). Mit Beiträgen von Nina Baur und Peter Graeff, Sebastian Dahm und Simon Egbert, Roger Häußling und Sascha Zantis, Karoline Krenn und Jens Tiemann, Arno Simons, Ingmar Lippert und Tahani Nadim sowie Carsten Ochs und Katharina Kinder-Kurlanda.
José van Dijck hat in New Media & Society den Artikel »Seeing the forest for the trees: Visualizing platformization and its governance« (Open Access) veröffentlicht, der die Plattformisierung der Internetökonomie und -öffentlichkeit entlang der Metapher eines Baumes analysiert. Der Text beschreibt soziotechnische Ökosysteme als hierarchische und ineinander verschränkte Strukturen, um auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf die Dynamiken der sozioökonomischen Einflusskonzentration zu lenken und Optionen zur Regulierung der alltagspraktischen Machtasymmetrien zwischen Bürgerinnen bzw. Bürgern und Plattformanbietern zu erörtern. Van Dijck kommt dabei zu folgendem Schluss:
»By allowing a handful of tech companies to define the principles of a market-driven ecosystem, they are afforded all rule-setting and governing power over the world’s information ecosystems. Focusing on single firms, markets, or individual platforms will not lead to profound, systemic changes. We need to see the forest for the trees in order to understand how to effectively govern their connective structures hidden in layers of code. The tree, although merely a metaphor, expresses the urgency to diversify the platform ecosystem in order to keep it sustainable. Without diversity, we can’t grow a rich, nutritious forest; without a variety of actors with distinct and respected societal roles, we cannot control its unbridled growth; and without a set of principles, we cannot govern its dynamics.«