ARD/ZDF-Medienstudie 2026
Jan-Felix Schrape | 28. September 2026Ende September ist die ARD-ZDF-Medienstudie 2026 erschienen, die aus der seit Mitte der 1960er-Jahre erhobenen Langzeitstudie Massenkommunikation und der seit 1997 erhobenen ARD/ZDF-Onlinestudie hervorgegangen ist. Sie basiert auf einer Zufallsstichprobe (70% Telefon-Stichprobe mit Dual-Frame und 30% Online-Stichprobe; N=2.462), ist repräsentativ angelegt für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren und wurde zwischen dem 27. Januar und 19. April 2026 erhoben. Ausführliche Artikel finden sich in den Media Perspektiven.
Einige Kernergebnisse:
- Mediennutzung insgesamt: Die Befragten nutzten täglich netto 385 Minuten Medien; gegenüber 2025 ist das nahezu unverändert.
- Video: 71% der Befragten sahen min. wöchentlich das laufende TV-Programm, 56% taten dies an einem durchschnittlichen Tag. Bei Befragten unter 50 dominierten non-lineare Angebote; bei 14- bis 29-Jährigen entfielen fast 50% der Bewegtbildzeit auf Social-Video, YouTube und vergleichbare Onlinevideos. 46% der Befragten insgesamt nutzten wöchentlich Video-Streamingdienste; gegenüber 2025 bleiben die meisten Videoangebote in ihrer Reichweite stabil (neben den Mediatheken von ARD und ZDF sind Amazon Prime Video und Netflix führend).
- Audio: Radio bleibt das dominante Audioangebot; 76% der Befragten hörten wöchentlich Radio, 60% täglich. Bei den Befragten über 30 dominierte Radio auch nach Nutzungsdauer; bei 14- bis 29-Jährigen lag Musikstreaming vorn: In dieser Altersgruppe nutzten es 85% wöchentlich (Spotify war vor YouTube Music der meistgenutzte Audio-Streamingdienst).
- Text: 90% der Befragten griffen mindestens wöchentlich mediale Texte zu; Onlineartikel lagen dabei vor Print, während gedruckte Zeitungen und Zeitschriften bei Personen ab 50 nach wie vor die höchste Relevanz besaßen.
- KI: 37% verwendeten Anwendungen wie ChatGPT mindestens wöchentlich (2025: 22%). Das Altersgefälle ist hier besonders groß: 68% bei den 14- bis 29-Jährigen gegenüber 8% bei Personen ab 70.
- Social Media: Instagram lag mit 40% mindestens wöchentlicher Nutzung klar vor Facebook (28%) und TikTok (18%).
- Gaming: 39% der Befragten haben an, mindestens wöchentlich zu spielen; bei den unter 30-Jährigen waren es 67%.
- Gerätenutzung: Bei 14- bis 29-Jährigen war das Smartphone mit 95% Tagesreichweite das zentrale Gerät; TV- und Radiogeräte waren dort deutlich weniger präsent als in älteren Gruppen. Bei Befragten ab 70 wurde das Fernsehgerät am häufigsten täglich genutzt.
Ingesamt zeigt sich: Die Mediennutzung unterliegt weiterhin einer Fragmentierung und unterscheidet sich stark nach Altersgruppen, ohne dass etablierte Medienformen abrupt verschwinden. Das Zeitbudget und die Reichweiten vieler Medienformate bleibt im Jahresvergleich relativ stabil, volatiler erscheinen die Zugangsweisen und Plattformbindungen; weiterhin Wachstum zeigt die Nutzung generativer KI.











