Digital News Report 2013

25. August 2013

Bereits vor einigen Wochen ist der Reuters Institute Digital News Report 2013 erschienen, welcher auf Online-Umfragen in Frankreich, Deutschland, Dänemark, Spanien, Italien, Japan, Brasilien, USA und UK im Januar und Februar 2013 basiert (in der BRD lag das Sample bei 1000 Befragten). Einige dem Anspruch nach repräsentative Ergebnisse:

  • Die »Internet Population« liegt in Deutschland mittlerweile bei 67 Mio. (UK: 52 Mio.; USA: 245 Mio.; F: 52 Mio.). Der Anteil der Online-Nutzer beträgt damit in allen vier genannten Ländern um die +/- 80 Prozent.
  • Irgend an Nachrichten interessiert zeigten sich in Brasilien 87 Prozent, in Spanien 81 Prozent, in der BRD 80 Prozent, in Frankreich 75 Prozent und in den USA 71 Prozent der Befragten, wobei das Interesse mit steigendem Alter generell zunimmt. Vor allen Dingen die deutschen Befragten (53 Prozent) sind dabei an regionalen Nachrichten interessiert. 54 Prozent der Befragten sind in der BRD an der Politik des eigenen Landes sehr interessiert, während es in GB lediglich 33 Prozent sind.
  • Die primäre Nachrichtenplattform bleibt bisher in der BRD und Frankreich das Fernsehen, während in den USA und Großbritannien Online-Kanäle fast gleichauf sind und in Spanien, Italien, Japan und Brasilien (knapp) darüber liegen. Print und Radio werden in keinem der beobachteten Länder von der Mehrheit der Befragten als primäre Nachrichtenkanäle eingestuft. Erwartungsgemäß variiert die Online-Affinität auch beim News-Abruf nach Alter.
  • Im vergangenen Jahr haben in Deutschland 11 Prozent der Befragten, in Spanien 16 Prozent, in Frankreich 13 Prozent, in den USA 12 Prozent und in Großbritannien 9 Prozent bereits mindestens einmal für Digital News Services bezahlt – und zwar mit der größten Wahrscheinlichkeit via Tablet. Die meisten Befragten, die bisher nicht für Online-Nachrichten bezahlt haben, gehen allerdings davon aus, dass sie dies in Zukunft auch nicht tun werden.
  • In allen beobachteten Ländern erfolgt der Online-News-Zugriff (»letzte Woche«) in den meisten Fällen noch immer via Computer (BRD: 71 Prozent), mit Abstand folgen Smartphone (BRD: 22 Prozent) und Tablets (BRD: 10 Prozent). In Dänemark ist der Nachrichten-Abruf via Smartphone (43 Prozent) und Tablet (25 Prozent) am Weitesten verbreitet. E-Book-Reader spielen praktisch keine Rolle (BRD: 1 Prozent). Meist geht es beim mobilen Abruf um »quick news updates«.
  • In den USA und sämtlichen europäischen Ländern spielen traditionelle Nachrichtenmarken eine sehr große Rolle beim Online-Nachrichtenabruf (> 70 Prozent), aber auch News-Aggregatoren (z.B. Google News oder News-Apps) erlangen zunehmende Bedeutung; in Japan wurden Aggregatoren durch die Befragten sogar häufiger genannt als traditionelle Anbieter. In Deutschland belegten die Portale von Spiegel Online, Google News, Bild und N24 die vordersten Plätze unter den meist genannten Access-Points für den Nachrichtenabruf in der letzten Woche.
  • Auch Social Media und Blogs spielen beim News-Konsum eine zunehmend wichtigere Rolle. Allerdings werden Blogs kaum direkt angesteuert (BRD: 3 Prozent; UK: 2 Prozent; USA: 9 Prozent), vielmehr dienen insbesondere Social Networks oder Micro-Blogging-Dienste als Access-Points, um Nachrichten aufzuspüren bzw. darauf gestoßen zu werden: Insbesondere in Spanien (45 Prozent), Italien (38 Prozent) und des USA (30 Prozent) sind Social Networks ein vielgenutzter Nachrichten-Kanal; in Deutschland, England und Frankreich ist ihr Anteil mit 14 bis 17 Prozent noch vergleichsweise gering.
  • Der Wille zur Partizipation variiert unter den Onlinern der beobachteten Länder stark: Nach eigener Einschätzung haben in einer durchschnittlichen Woche jeweils 8 Prozent der deutschen und japanischen Onliner eine News-Story in einem Social Network geteilt, während es in den USA 22 Prozent und in Spanien sowie Italien um die 30 Prozent waren. Auf einem ähnlichen Niveau liegen die Prozentwerte für Ratings und Kommentare. Die Bereitschaft, selbst einen (tages-)politischen Blog-Beitrag zu schreiben, bleibt mithin in sämtlichen Ländern gering (UK: 1 Prozent; USA: 4 Prozent; BRD: 2 Prozent).

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