E-Books III: iPad & elektronische Bücher

30. September 2010

Jüngster Mitbewerber (auch) auf dem E-Reader-Markt ist das Apple iPad, welches sich stark von Konkurrenten wie dem Amazon Kindle (in Deutschland noch immer nicht im regulären Handel) oder dem Sony Reader unterscheidet. Unter anderem nutzt das iPad nicht, wie alle anderen E-Reader, ein hochauflösendes und von Sonnenlicht unbeeinflusstes E-Ink-Display mit Graustufendarstellung, sondern ein farbiges Multi-Touch-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung, was Amazon sogleich zu einem recht amüsanten vergleichenden Werbespot inspiriert hat:

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Ansonsten aber bietet das iPad viele Vorteile auch für E-Book Fans, neben dem mittlerweile sprichwörtlichen “Apple-Benutzererlebnis” nicht zuletzt die Wahl zwischen mehreren E-Book-Anbietern. Die Größten darunter sind neben dem hauseigenen iBooks derzeit Texttunes, Stanza und Kindle for iPad. Erwähnenswert ist außerdem Epidu, ein Start-Up-Projekt, das sich primär an unbekannte Autoren und Selbstverleger richtet.

Einen konzisen Überblick zu elektronischen Büchern auf dem iPad bietet ein Dossier der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, das neben einer Einschätzung der führenden E-Book-Stores u.a. auch folgende Aspekte diskutiert:

  • E-Reader als Übergangsphänomen: Ähnlich wie die PDAs verschwunden sind, als die Smartphones mächtiger wurden, werden auch spezifische Geräte zur Buchlektüre zunehmend durch integrierte Lösungen wie das iPad verdrängt werden – wenn sich das digitale Buch denn durchsetzt.
  • Digitales Rechtemanagement: Kopierschutz-Verfahren, wie sie derzeit noch von Apple oder Amazon schaden vor allen Dingen den Käufern: Sie können ihre Bücher nicht weitergeben, nicht ausdrucken und auch nicht weiterverkaufen. Sie zahlen für E-Books in vielen Fällen einen ähnlichen Preis wie für das gedruckte Buch, haben aber nicht die gleichen Möglichkeiten.
  • E-Books und stationärer Buchhandel: Ganz klar – falls das E-Book sich doch noch durchsetzen sollte (vgl. zu den ersten Versuchen diesen Artikel), hat der Offline-Handel ein Problem. Teilweise wird daher schon mit haptischen Platzhaltern wie Book-Cards mit Download-Link experimentiert.

Deutlich wird: Anders als in der Musikindustrie steckt das digitale Buch noch immer in seinen Kinderschuhen. Aber die technische Entwicklung schreitet unaufhaltsam weiter voran. Wer sich dafür interessiert, wie realitätsnah die nächste Generation an E-Readern und Tablets wird, sollte sich diesen Werbespot und diese Produktdemo anschauen…

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