ARD-ZDF-Onlinestudie 2020: Tägliche Nutzung von Social Media

31. Oktober 2020

Die ARD-ZDF- Onlinestudie 2020 ist im Oktober erschienen. Mit Blick auf die tägliche Nutzung von Social-Media-Plattformen zeigt sich anhand ihrer Erhebungsergebnisse, dass es mit Ausnahme des seit 2009 operierenden Instant-Messaging-Dienstes WhatsApp keine allseits verwendete Plattform gibt, sondern die populären Angebote eine alternierende Verwendung erfahren. Anders als das ausgehend von der journalistischen Berichterstattung sowie der Ausrichtung vieler Studien angenommen werden könnte, spielt Twitter in der alltäglichen Social-Media-Nutzung in Deutschland bislang keine prominente Rolle.

Gesamt 2018Gesamt 2019Gesamt 202014–2930–4950–6970+
WhatsApp65636892796232
Facebook1921142419101
Instagram91315531311
Snapchat65627100
Twitter1224321
Twitchn.a.113100
TikTokn.a.127100

Wissenschafts- und Technikforschung @ 40. DGS-Kongress 2020

3. September 2020

Als klar wurde, dass der 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie nicht in klassischer Präsenzform stattfinden kann, war ich zunächst etwas niedergeschlagen, da so ein Event ja auch wesentlich von alledem lebt, was sich nicht im eigentlichen Veranstaltungsprogramm finden lässt. Bereits seit Anfang des Sommers liegt nun allerdings ein überaus spannendes und vielseitiges Programm für die virtuelle Version des Kongresses vor, die vom 14. bis 24. September stattfinden wird.

Das gilt auch und insbesondere für die zwei diesjährigen Veranstaltungen der Sektion Wissenschafts- und Technikforschung:


Querverweis: »Visualizing platformization and its governance« (Van Dijck 2020)

16. Juli 2020

José van Dijck hat in New Media & Society den Artikel »Seeing the forest for the trees: Visualizing platformization and its governance« (Open Access) veröffentlicht, der die Plattformisierung der Internetökonomie und -öffentlichkeit entlang der Metapher eines Baumes analysiert. Der Text beschreibt soziotechnische Ökosysteme als hierarchische und ineinander verschränkte Strukturen, um auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf die Dynamiken der sozioökonomischen Einflusskonzentration zu lenken und Optionen zur Regulierung der alltagspraktischen Machtasymmetrien zwischen Bürgerinnen bzw. Bürgern und Plattformanbietern zu erörtern. Van Dijck kommt dabei zu folgendem Schluss:

»By allowing a handful of tech companies to define the principles of a market-driven ecosystem, they are afforded all rule-setting and governing power over the world’s information ecosystems. Focusing on single firms, markets, or individual platforms will not lead to profound, systemic changes. We need to see the forest for the trees in order to understand how to effectively govern their connective structures hidden in layers of code. The tree, although merely a metaphor, expresses the urgency to diversify the platform ecosystem in order to keep it sustainable. Without diversity, we can’t grow a rich, nutritious forest; without a variety of actors with distinct and respected societal roles, we cannot control its unbridled growth; and without a set of principles, we cannot govern its dynamics.«


Splitter: Digital News Report 2020

18. Juni 2020

Der Reuters Institute Digital News Report 2020 ist erschienen und bietet wie in den Jahren zuvor einen Überblick zur weltweiten Rezeption von Nachrichtenangeboten und Nutzung der unterschiedlichen Medienkanäle in der individuellen Versorgung mit tagesaktuellen Informationen. Erhoben worden sind die Daten größtenteils Anfang des Jahres – also noch bevor COVID-19 ein weltweites Thema wurde; allerdings wurden einige ergänzende Aktualisierungen vorgenommen. Hier die wichtigsten Links dazu:


Corona-Krise und Soziologie (5): Digitalisierung II

11. April 2020

Womöglich wird die Corona-Krise in der Retrospektive als ein beschleunigendes Trägerereignis für die digitale Transformation der Gesellschaft eingestuft werden, so wie es aus Sicht einiger Medienhistoriker die Reformation ab 1517 für den gutenbergschen Buchdruck bzw. die Printmedien war. Der Videochat etwa, an den seit vielen Jahrzehnten hohe (aber unerfüllte) Erwartungen geknüpft wurden, scheint nunmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein – und mit ihm Plattformen wie Zoom, die sich trotz aller Datenschutzbedenken auch an Hochschulen verbreiten.

Mit der intensivierten Digitalisierung der Lebenswelt gehen indes zahlreiche spürbare Ambivalenzen einher, die derzeit in Echtzeit reflektiert werden. Wie seit einigen Wochen üblich, werden an dieser Stelle einige sozialwissenschaftliche Stimmen aus dem öffentlichen Diskurs hierzu dokumentiert:

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Corona-Krise und Soziologie (3): Digitalisierung

28. März 2020

Soziopolis ist nun in die Dokumentation soziologischer Stimmen zur Corona-Krise eingestiegen (u.a. auch auf Grundlage der Sammlung hier). In dieser Übersicht noch nicht reflektiert werden die Eingaben von Hartmut Rosa, der die aktuelle Krise vor allen Dingen auch als Chance zur Entschleunigung und zum Innehalten beschreibt (»Plötzlich guckt man intensiv aus dem Fenster und sieht die ersten Blüten […]«, tagesspiegel) – in Gesprächen aber langsam feststellen muss, dass dies allenfalls für die privilegierten Teile der Bevölkerung mit eigenem Garten und stabilem Einkommen gilt (taz, swr2, sz). Mit Sicherheit werden seine Äußerungen in der nächsten Folge der Soziopolis-Reihe aufgegriffen werden.

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Corona-Krise und Soziologie (2)

20. März 2020

Mit jedem weiteren Tag zeichnet sich immer deutlicher ab: Die Corana-Krise wird das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische bzw. öffentliche und private Leben nicht nur für einige Wochen, sondern für viele Monate und Jahre prägen – und es gehört nicht viel dazu, um vorherzusagen: Das ist ein Einschnitt, an den wir unser ganzes weiteres Leben immer wieder zurückdenken werden. Ich möchte an dieser Stelle wie schon im letzten Post einfach, unkommentiert und naturgemäß selektiv einige Stimmen dazu aus der Soziologie dokumentieren, die in dieser Zeit auch eine seismographische Funktion erfüllt (bzw. einnehmen sollte):

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