„Social Media killed TV“
13. Februar 2010Digitale Revolutionen sind angesagt. Neuerdings findet sich ein nicht ganz ernst gemeinter erhellender Rundblick zu der Wirkung von etwaigen Web 2.0-Angeboten hier.
Digitale Revolutionen sind angesagt. Neuerdings findet sich ein nicht ganz ernst gemeinter erhellender Rundblick zu der Wirkung von etwaigen Web 2.0-Angeboten hier.
Frank Puscher hat einen unterhaltsamen Artikel zu der schönen neue und bessere Wirklichkeit geschrieben, die uns durch mobile Devices präsentiert wird. Kleine Kostprobe:
„Der tägliche Gang zur Bushaltestelle wird zur Reality Show: “Wussten Sie eigentlich, dass Friedrich Schiller genau in dieser Unterführung dereinst ein seidenes Taschentuch verlor?” Hätten Sie darüber nachgedacht, wären Sie möglicherweise der Auffassung gewesen, dass die in dieser Unterführung so filigran verarbeiteten Betonplatten erst in den 50er Jahren erfunden wurden. Aber Sie haben ja nicht nachgedacht. Sie haben gar nicht gedacht. Gut, dass es Augmented Reality gibt. Es ist keine angereicherte Wirklichkeit, es ist die bessere Wirklichkeit“.
Millionen von Menschen eröffnen weltweit monatlich einen Twitter-Account und bescheren dem Dienst noch immer unglaubliche Wachstumsraten. Wie viele aber werden davon letztendlich regelmässig genutzt? The Metric System hat dazu eine neue Analyse veröffentlicht.
Der Studie zufolge entschieden sich im Juli 2009 fast acht Million Menschen dazu, einen Twitter-Account zu eröffnen. Im Dezember 2009 waren es hingegen schon rund 20 Prozent weniger.

Abgesehen von dieser immer noch beeindruckenden Kurve spricht laut der vorliegenden Studie aber auch einiges Weitere dafür, dass der grosse Hype vorbei ist: Über 50 Prozent der Accounts hatten Ende 2009 entweder gar keine oder weniger als fünf Follower. Lediglich ein Bruchteil der Accounts hatte mehr als 20 Anhänger, die wenigsten über 500. Ein beachtlicher Teil der Twitterer hat zudem noch nie ein Update gepostet, weit über ein Drittel kamen über neun Tweets nicht hinaus.
Gartner Research Gartner hat schon Ende 2009 einen Vorschlag für die Top 10 der Mobile Consumer Applications für 2012 publiziert. Welche Kriterien hierfür angelegt wurden, wird aber leider nicht genauer definiert. Auffällig ist, dass diese Top 10 weder neu noch besonders überraschend erscheint und vielmehr Themen denn Applikationen angesprochen werden, zu denen es dato schon die verschiedensten Applikationen gibt. Gartner unterstreicht darüber hinaus, dass es primär um die Intensität der Nutzung im Markt geht und nicht um die schiere Anzahl der Anwendungen.
Hier die Gartner Top 10 für 2012:
Gartner Research prognostiziert in einer aktuellen Studie, dass 2013 mehr Menschen über mobile Geräte das Internet nutzen werden, als am heimischen PC. Zu beachten gilt hierbei jedoch, dass sich die Prognose auf die weltweite Lage bezieht, also auch die wachsende Zahl an Internetnutzern e.g. in Afrika, welche oft nur über ein Handy, nicht aber über einen Computer verfügen, in das Ergebnis hineinspielt. Zudem muss genau beobachtet werden, welche Inhalte über welche Geräte angesteuert werden.
Es bleibt also spannend…
Update: Die Studie ist nun auch in ganzer Breite abrufbar (mittlerweile kostenpflichtig). Themen: IT Ownership, Cloud Computing, Social Computing, Sustainability (Green IT), Internet Marketing, Mobile Commerce, Context Aware Computing, User Devices.
Ok, Gartner hat sich mittlerweile entschieden, ziemlich viel Geld für die gesamte Studie zu verlangen. Aber eine ausführliche Pressemitteilung mit den Kernergebnissen der Studie ist noch immer abrufbar.
An dieser Stelle die versprochenen Links zu den andiskutierten Studien:
„Ein Augenblick der Wahrheit“ lautet der Titel einer kostenlosen Studie der dänischen Firma Strand Consult, die populäre Meinungen über das iPhone korrigieren soll.
Morgan Stanley hat sich darüber hinaus sehr intensiv mit dem aktuellen Status des mobilen Internetzugriffs und möglichen Zukunftsszenarien beschäftigt. Hier der Link zur 500 Seiten starken Studie!
Sobald Klaas mir seine Folien schickt, werde ich auch diese posten.
Hier der Link zur diskutierten Delphi-Studie „Zukunft und Zukunftsfähigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien“, die auch einen Überblick zum Einsatz des Internets auf Mobile Devices gibt. Nachfolgend noch ein paar Hinweise zum Gebrauch:
Die Delphi-Methode versucht, durch ihr mehrstufiges Design, Fehleinschätzungen der Experten zu reduzieren. Dennoch lassen sich nicht alle Probleme der Expertenbefragung vermeiden: Themen bzw. Thesen müssen zunächst formuliert werden, bevor sie das Verfahren durchlaufen können. In manchen Fällen werden die Thesen zwar im Verfahren selbst erarbeitet, in der Regel sind hierzu jedoch weitere Methoden notwendig.
Die Thesen müssen kurz, prägnant, aber eindeutig formuliert sein. Dies kann ein Vorteil sein, zwingt es doch die Teilnehmer zur Konzentration auf das Wesentliche. Methodisch können aber nur bedingt komplexe Themenstellungen bewertet werden.
Experten konzentrieren sich per Definition im Wesentlichen auf ihren Expertise-Bereich. Die Interdependenzen mit anderen Entwicklungen, die v.a. bei breit angelegten Studien wichtig sind, werden häufig vernachlässigt oder müssen nachgearbeitet werden. Experten neigen dazu, die Geschwindigkeit von Entwicklungen zu überschätzen. Vor allem die Diffusionsgeschwindigkeit einer Innovation in der Gesellschaft wird schnell überschätzt.