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  • Open-Source-Projekte als Utopie, Methode und Innovationsstrategie (Buchhinweis)

    2. Februar 2016

    Das SOI Discussion Paper 2015-2 ist nun in aktualisierter und erweiterter Form als Buch erschienen und kann über die üblichen Kanäle (z.B. Amazon, VWH) bestellt werden:

    Open-Source

    Schrape, Jan-Felix (2016):
    Open-Source-Projekte als Utopie, Methode und Innovationsstrategie. Historische Entwicklung – sozioökonomische Kontexte – Typologie.
    Glückstadt: Hülsbusch.

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    Call for Papers: Ambivalenzen der Kommunikation und Kollektivität im Internet

    12. Januar 2016

    In den letzten 25 Jahren ist das Internet zu der infrastrukturellen Grundlage von mehr und mehr Produktionskontexten, Konsumweisen und Kollektivitätsformen geworden. Reflektiert wird diese Allgegenwärtigkeit des Netzes von einem inzwischen sehr breiten Diskurs um die ermöglichenden und strukturaufbrechenden Potentiale der Onlinetechnologien (z.B. Open Innovation, Prosumerism, Connective Action), um neue Herausforderungen für soziale Bewegungen oder Gemeinschaften (z.B. mit Blick auf Datenschutz und Observierbarkeit) sowie um die kommunikationsformatierenden Effekte neuer soziotechnischer Arrangements in der digitalen Welt. Insofern steht »das Internet« als diskursiver Bezugspunkt in symptomatischer Weise für eine auch gesamtgesellschaftlich spürbare Ambivalenz von Offenheit und Geschlossenheit.

    Vor diesem Hintergrund wollen die Veranstaltungen der Sektion ›Wissenschafts- und Technikforschung‹ auf dem 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2016 zu einer kritischen Bestandsaufnahme der Öffnungs- und Schließungsprozesse im Online-Bereich sowie zu einem Verständnis ihrer Ursachen und Folgewirkungen beitragen. Erwünscht sind Beiträge zu den Spannungsfeldern Öffnung – Schließung, Dezentralisierung – Zentralisierung sowie Partizipation – Kontrolle.

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    Splitter: Zwischen Sichtbarkeit und Anonymität – Protest, Bewegung und digitale Kultur

    11. November 2015

    Das Forschungsjournal Soziale Bewegungen 3/2015 ist in diesen Tagen erschienen und behandelt u.a. den Themenschwerpunkt »Zwischen Sichtbarkeit und Anonymität – Protest, Bewegung und digitale Kultur«, der Beiträge aus dem Umfeld der letztjährigen Tagung »Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten« versammelt, darunter auch der Artikel »Zwischen Ermöglichung und Kontrolle« (Dolata/Schrape 2015):

    Digitale Öffentlichkeiten entwickeln sich hochdynamisch, sind ambivalent und herausfordernd. Trotz zunehmender Machtkonzentration, Regulation und Überwachung entwickeln sich in ihnen fortwährend neue Formen von Freiheit und Selbstentfaltung, schöpferisches wie destruktives Verhalten, individualistische wie solidarische Positionen. Digitale Öffentlichkeiten sind ein Motor sowohl für gesellschaftliche Emanzipation als auch für neue Problemlagen und Herausforderungen. 


    SOI Discussion Paper: Open Source Projekte zwischen Passion und Kalkül

    9. November 2015

    In der Reihe Stuttgarter Beiträge zur Organisations- und Innovationssoziologie ist ein neues Discussion Paper »Open Source Softwareprojekte zwischen Passion und Kalkül« (Schrape 2015; Volltext als PDF) erschienen:

    Dieses Papier entwickelt auf der Grundlage von aggregierten Marktdaten, Dokumentenanalysen sowie Literaturauswertungen einen systematisierenden Überblick über Open Source Software Communities und ihre sozioökonomischen Kontexte. Nach einer Rekonstruktion der Herausbildung quelloffener Entwicklungsvorhaben werden die Beziehungen zwischen Open Source Projekten und etablierten Technologiekonzernen diskutiert. Daran anknüpfend werden […] vier typische Varianten derzeitiger Open Source Gemeinschaften voneinander abgegrenzt.

    Insgesamt zeigt sich, dass die quelloffene Softwareentwicklung inzwischen zu einer allgemeinen Branchenmethode avanciert ist, dabei aber ihre Formatierung als Gegenentwurf zur kommerziellen und proprietären Herstellung weitgehend verloren hat. Während freie Software zunächst subversiv konnotiert war, ist das Involvement in Open Source Projekte heute zu einem festen Bestandteil der Innovationsstrategien aller großen Softwareanbieter geworden.

    Timeline
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    Lektürehinweis: Innovation – Exnovation (NGU)

    4. November 2015

    Anfang November ist der Sammelband zur 11. Jahrestagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie (NGU) mit dem Titel »Innovation – Exnovation. Über Prozesse des Abschaffens und Erneuerns in der Nachhaltigkeitstransformation« erschienen:

    Das Zauberwort Innovation beherrscht nicht nur die öffentlichen Debatten über nachhaltige Entwicklung sondern auch den wissenschaftlichen Diskurs um gesellschaftliche Nachhaltigkeitstransformation. Das Antonym Exnovation, d.h. die Abschaffung von Altem, ist dagegen kaum gebräuchlich und nur unzureichend elaboriert. Ohne begleitende Exnovationen haben Innovationen aber lediglich additiven Charakter: Sie führen oftmals zu einem Mehr an Produktion und Konsum, mithin zu einer Verschärfung ökologischer Probleme. In manchen Bereichen scheint gar das ersatzlose Streichen unhaltbarer Produktionsweisen und Konsumpraktiken angesagt, also Exnovation ohne Innovation. Höchste Zeit also, Prozesse des Abschaffens stärker in den Blick zu nehmen und den Begriff der Innovation einer kritischen Reflexion zu unterziehen. 

    Eine Übersicht über die Inhalte und Autoren des Bandes gibt der hier verlinkte Flyer; ein Bericht zur Tagung findet sich beim Soziologie Magazin; ein Working Paper zum Thema Exnovation von Martin David findet sich auf regierungsforschung.de.

    exnovation


    Querverweis: Professoren als öffentliche Intellektuelle?

    4. Oktober 2015

    Wir leben in krisenreichen Zeiten – und nichtsdestotrotz schweigen (scheinbar) weite Teile der akademischen Welt. Diese Beobachtung ist jedenfalls der Stein des Anstoßes für eine Debatte in der Zeit, in welcher Bernhard Pörksen vor einigen Wochen einen provokanten Aufschlag lieferte (»Ende der Einmischung« – »Selbstkastration einer kritischen Intelligenz« – »Selbstabschottung des Systems«).

    In der Zeit 38/2015 findet sich nun ein Beitrag von Armin Nassehi, der drei Anmerkungen zu »Bernhard Pörksens Phantomschmerz über den Verlust des Intellektuellen als Anwalt der Zivilgesellschaft« in die Diskussion einbringt:

    (1) »[Es] reicht [.] heute nicht mehr aus, eine zivilgesellschaftliche Parteinahme gegen die Entscheidungsinstanzen zu üben. Politische und ökonomische, rechtliche und wissenschaftliche, mediale und kulturelle Perspektiven treffen aufeinander, und manche Lösung aus der einen Perspektive ist ein Problem aus der anderen – und umgekehrt. Dafür muss es in öffentlichen Debatten Beschreibungsmöglichkeiten geben, die zwischen diesen unterschiedlichen Perspektiven übersetzen. […] das ist übrigens das, was gute Forschung ausmacht: zu zeigen, was man so noch nicht wusste oder was man auch anders sehen könnte.«
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    Zur Architektur des digitalen Technikutopismus

    11. September 2015

    Im Leviathan 3/2015 ist vor einigen Tagen der Artikel »Dezentralisierung, Demokratisierung, Emanzipation. Zur Architektur des digitalen Technikutopismus« (Abstract | Preprint) erschienen, den ich zusammen mit Sascha Dickel verfasst habe.

    In diesem Aufsatz arbeiten wir anhand der Beispiele Web 2.0 und 3D-Druck die wiederkehrenden semantischen Muster populärer Medienutopien heraus und entfalten die These, dass der Erfolg dieser Zukunftsvorstellungen auf ihrer instantanen Anschlussfähigkeit gegenüber einer Vielzahl an gesellschaftlichen Diskursen fußt. Anschließend werden die Ambivalenzen des digitalen Technikutopismus aus Sicht der Sozialwissenschaften diskutiert.
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    Sommerlektüre: Etablierte und Außenseiter (Elias/Scotson 1965)

    14. August 2015

    Aus aktuellem Anlass möchte ich auf eine klassische figurationssoziologische Studie von Norbert Elias und John L. Scotson hinweisen, die 1965 unter dem Titel The Established and the Outsiders erschienen ist und sich mit dem spannungsreichen Verhältnis von etablierten, alteingesessenen Bewohnern und neu hinzugezogenen Außenseitern in einer englischen Gemeinde Ende der 1950er Jahre beschäftigt:

    »Diese Spannungen traten nicht auf, weil die eine Seite böse oder hochfahrend war und die andere nicht. Sie waren in dem Muster begründet, das sie miteinander bildeten. Hätte man die ›Dörfler‹ gefragt, hätten sie vermutlich geantwortet, daß sie keine Neubausiedlung vor ihrer Haustür haben wollten; und hätte man die ›Siedlungsleute‹ gefragt, hätte man wahrscheinlich zu hören bekommen, daß sie lieber anderswo wohnen wollten als neben einer solchen älteren Gemeinde.

    Einmal zusammengeworfen, waren sie in einer Konfliktsituation gefangen, die keine der beiden Seiten zu steuern vermochte und die man als solche verstehen muß, wenn man in anderen, ähnlichen Fällen eine bessere Lösung sucht. Die ›Dörfler‹ behandelten die Neuankömmlinge natürlich so, wie sie Abweichler in ihrer eigenen Nachbarschaft zu behandeln pflegten. Und die Zuwanderer benahmen sich an ihrem neuen Wohnort ganz unschuldig so, wie es ihnen natürlich erschien. Sie waren sich nicht bewußt, daß sie dort auf eine etablierte Ordnung trafen, mit eingespielten Machtdifferentialen […]. Für die meisten von ihnen war unbegreiflich, warum die Alteingesessenen ihnen mit Verachtung begegneten und sie auf Distanz hielten. Aber die Rolle einer niedrigeren Statusgruppe, in die sie versetzt wurden, und die unterschiedslose Diskriminierung aller Zuzügler in der ›Siedlung‹ muß sie früh davon abgeschreckt haben, sich um engere Kontakte mit den älteren Einwohnern zu bemühen. Beide Seiten agierten […] ohne recht zu verstehen, was da geschah […].«

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